{"id":228,"date":"2019-03-13T22:55:07","date_gmt":"2019-03-13T22:55:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/?page_id=228"},"modified":"2019-03-14T07:39:56","modified_gmt":"2019-03-14T07:39:56","slug":"olympia-qualifikationsmodus","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/?page_id=228","title":{"rendered":"Olympia Qualifikationsmodus"},"content":{"rendered":"\n<p>Was davon zu halten ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Qualifikationsmodus f\u00fcr einen Grossanlass wie EM, WM, OS kann nie &#8222;perfekt&#8220; sein. Der neuste Wurf der IAAF ist aber ein kleiner Witz geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Ansatz ist begr\u00fcssenwert, es wird ein duales System eingerichtet. Damit gelingt es, Eintagsfliegen herauszufiltern. Athleten also die irgendwann, irgendwo einen Lucky-Shot raushauen &#8211; ob das dann immer mit rechten Dingen zugegangen ist, man weiss es manchmal schlicht nicht. Es h\u00e4ngt zu viel daran, an Olympischen Spielen starten zu k\u00f6nnen, als dass man nicht einmal ein Messband sabotiert.Gut, also wir haben ein duales System, also zwei Wege sich zu qualifizieren. Einen brutalen Selektionswert, im Stabhoch 5.80m und 4.70m. Der soll gew\u00e4hrleisten, dass die Allerbesten dabei sein k\u00f6nnen, auch wenn sie infolge von Verletzungen oder \u00c4hnlichem nicht das ganze Jahr vor dem Grossanlass in Topform sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Damit ist es aber mit der Herrlichkeit des Qualifikationssystems schon dahin. Denn der zweite Weg ist missgl\u00fcckt. Man kann sich n\u00e4mlich \u00fcber die Weltrangliste qualifizieren. Dazu m\u00fcsste man dann unter die Top32 in seiner Disziplin kommen (nat\u00fcrlich muss diese Liste um die Athleten gek\u00fcrzt werden, welche pro Land \u00fcber die zul\u00e4ssige Zahl von 3 Startern hinausgehen; die, welche sich \u00fcber den Selektionswert qualifizieren bleiben in der Liste drin, oder man nimmt sie raus, k\u00fcrzt aber die Zahl 32 um die Zahl der \u00fcber den Selektionswert qualifizierten Athleten).<\/p>\n\n\n\n<p>Wie funktioniert diese Weltrangliste? Es z\u00e4hlen die 5 besten Resultate zwischen Mai 2019 und Ende Juni 2020. Die 5 besten Resultate werden ermittelt aus der Leistung, welche wie beim Zehnkampf in Punkte umgewandelt wird, plus Rangpunkte (Leistungspunkte + Rangpunkte = Weltranglistenpunkte). Und die Rangpunkte sind unterschiedlich hoch, je nach Meetingkategorie. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich beginne meine Kritik jetzt gleich mit einem krassen fiktiven Beispiel: Ein Meeting der dritth\u00f6chsten Kategorie im fiktiven Land &#8222;Flachland&#8220; findet am 2. letzten Tag der Qualifikationsperiode statt. Ich nehme die dritth\u00f6chste Kategorie, weil in den h\u00f6chsten Kategorien wird man vermutlich eher ein Auge auf Manipulationen haben. Ist wie beim Fussball. Betr\u00fcgen musst du in den unteren Liegen (siehe Fussballwetten). Dritth\u00f6chste Kategorie ist immer noch h\u00f6her als Landesmeisterschaften! Also der Meetingdirektor hat der IAAF ordentlich Geld \u00fcberwiesen, damit er in diese Meetingkategorie kommt. Schritt 1 der Manipulation. Athletin M\u00fcller aus Flachland ist auf Rang 33 der Weltrangliste. Der Meetingdirektor in Flachland gew\u00e4hrt ihr zun\u00e4chst einmal einen Startplatz, obwohl man als Nr. 33 der Welt eigentlich keinen Startplatz bekommen w\u00fcrde in dieser Meetingkategorie. Schritt 2 der Manipulation. Im Wettkampf stellt Athletin Julia, ebenfalls aus Flachland und bereits sicher qualifiziert \u00fcber den Selektionswert, fest, dass Athletin M\u00fcller am heutigen Meeting noch etwa einen Platz besser klassiert sein m\u00fcsste, um die entsprechenden Rangpunkte zu erhlaten, was ihr sicher helfen w\u00fcrde, dass sie sich in der Weltrangliste auf Platz 30 vorschieben k\u00f6nnte. Deshalb gibt Athletin Julia, eigentlich viel besser als Athletin M\u00fcller, den Wettkampf nach \u00dcberspringen der Anfangsh\u00f6he unter dem Vorwand einer Muskelverh\u00e4rtung auf. Schritt 3 der Manipulation. Athletin M\u00fcller wird daraufhin an diesem Meeting Dritte und holt sich die entscheidenden Punkte f\u00fcr die Olympiaqualifikation. Schritt 4 der Manipulation war bereits ebenfalls schon vor dem Meeting erfolgt, wie Schritt 1 und 2: Die Konkurrentinnen auf Rang 32 und 31 der Weltrangliste wurdem vom Meetingdirektor, trotz eindringlicher Bitte, abgewiesen. Das Startfeld sei voll.<\/p>\n\n\n\n<p>So genau l\u00e4uft das nat\u00fcrlich kaum ab, aber wer weiss.<\/p>\n\n\n\n<p>Fakt ist, wer das Geld hat, den hochkar\u00e4tigen Meetings unterhalb der Diamond League Klasse nachzureisen, und wer das Vitamin B (oder Schmiergeld) hat, an diesen Meetings erstens ins Startfeld zu kommen und zweitens m\u00f6glicherweise sich noch gute Gegnerinnen durch Absprache mit dem Meetingdirektor vom Leib zu halten, der wird sich im Get\u00fcmmel um die Startpl\u00e4tze f\u00fcr die Olympischen Spiele einen grossen Vorteil verschaffen k\u00f6nnen. Und es soll mir jetzt niemand damit kommen, ich \u00fcbertreibe. Es wird gedopt, um an die Olympischen Spiele zu kommen, da ist blosses Bargeld nun wirklich die einfachere und ges\u00fcndere Variante des &#8222;Betrugs.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p> Athleten z.B. aus den US Colleges werden massiv geringere Erfolgsaussichten haben nach diesem neuen System. Ihre College-Meetings sind in der Regel nicht in einer hohen Kategorie eingestuft und die Konkurrenz ist brutal hart. <\/p>\n\n\n\n<p>Und wer bestimmt \u00fcberhaupt \u00fcber die Meetingkategorie? Vermutlich, nein sicher, wird da viel Geld an die IAAF fliessen, damit Meetings sich einen h\u00f6heren Status erkaufen k\u00f6nnen, damit dann die Athleten des Landes, wo das Meeting stattfindet, bessere Chancen auf Olympia haben. Als australischer Leichtathletikverband w\u00fcrde ich da gross investieren. Welcher Athlet aus den USA oder Europa fliegt schon nach Australien f\u00fcr ein einziges Meeting. Die Australier hingegen k\u00f6nnten ohne Konkurrenz gut klassierte Meetings unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit abhalten. <\/p>\n\n\n\n<p>So, das einmal meine Meinung bis heute. Schauen wir mal, wie sich das angeht.<br><\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4tte ich einen bessern Vorschlag. Nun, kurz nachgedacht, ja man k\u00f6nnte die Eintagsfliegen auch wie folgt aus dem Feld schaffen: Man muss im Schnitt der drei besten Meetings von der reinen Leistung her \u00fcber einem Qualifikationswert sein. Also z.B. die besten drei Stabhochresultate, im Durchschnitt \u00fcber 5.60 und 4.55. Wird die Zielvorgabe von je 32 Athleten im Stabhoch damit nicht erf\u00fcllt, wird aufgef\u00fcllt indem wiederum auf den Schnitt der drei besten Resultate geschaut wird. So werden auch weniger Athleten auf demselben Platz rangiert sein in dieser Durschnitts-Bestenliste.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist keine Hexerei sich so was auszudenken, aber dabei verdient nat\u00fcrlich die IAAF nichts und darin liegt wohl der Kern der Problematik. Wenn es schwieriger wird mit Schwarzgeld reich zu werden (siehe der abgesetzte Pr\u00e4sident der IAAF), dann versuchen es die Nachfolger halt mit legaleren, aber ebenfalls nicht dem eigentlichen Sport dienlichen Instrumenten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\nWas davon zu halten ist. Der Qualifikationsmodus f\u00fcr einen Grossanlass wie EM, WM, OS kann nie &#8222;perfekt&#8220; sein. Der neuste Wurf der IAAF ist aber ein kleiner Witz geworden. Ein Ansatz ist begr\u00fcssenwert, es wird ein duales System eingerichtet. 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