{"id":237,"date":"2019-03-14T15:51:24","date_gmt":"2019-03-14T15:51:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/?page_id=237"},"modified":"2021-02-15T22:42:41","modified_gmt":"2021-02-15T22:42:41","slug":"das-verhaeltnis-von-griffhoehe-zu-stabhaerte","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/?page_id=237","title":{"rendered":"Das Verh\u00e4ltnis von Griffh\u00f6he zu Stabh\u00e4rte &#8211; das &#8222;Auge&#8220; f\u00fcr den Stabhochsprung"},"content":{"rendered":"\n<p>Zun\u00e4chst zur\neinfachen Grundregel, bestehend aus 2 Parametern, erstens wo landet der Athlet\nund zweitens wie viel Biegung hat der Stab beim Sprung gehabt. <\/p>\n\n\n\n<p>Das ergibt 4\nm\u00f6gliche Kombinationen:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Wenig Biegung, Springer landet nahe am Einstichkasten -&gt; auf weicheren Stab wechseln, Griffh\u00f6he gleich<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li>Wenig Biegung, Springer landet weit hinten auf der Matte -&gt; Griffh\u00f6he erh\u00f6hen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li>Viel Biegung, Springer landet nahe am Einstichkasten (Achtung, das ist die gef\u00e4hrlichste Kombination) -&gt; Griffh\u00f6he verringern<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li>Viel Biegung, Springer landet weit hinten auf der Matte (Achtung, das ist die Kombination in der St\u00e4be am h\u00e4ufigsten Brechen) -&gt; H\u00e4rteren Stab w\u00e4hlen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Man bemerkt\nbereits, zu viel Biegung ist nicht gut, entweder der Springer landet relativ\nunkontrolliert in der N\u00e4he des Einstichkastens, wenn der Griff zu hoch ist oder\nder Stab kann brechen, weil der Springer schlicht einen zu weichen Stab in den\nH\u00e4nden hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Faustregel gilt deshalb, besser eher zu wenig Biegung.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun zu einem\nErfahrungsbericht, damit Anf\u00e4ngern, Fortgeschrittenen und auch erfahrenen\nStabspringern nachvollziehbar wird, dass man nicht h\u00f6her springt, indem man\neinzig darauf abzielt, seine Griffh\u00f6he zu erh\u00f6hen. Griffh\u00f6he und Stabh\u00e4rte\nm\u00fcssen in der Balance sein. Dazu geh\u00f6rt auch, dass als Resultat einer gewissen\nStabh\u00e4rte eine \u00dcberh\u00f6hung resultiert. Eine \u00dcberh\u00f6hung bedeutet, dass die Latte,\ndie man \u00fcberquert ein St\u00fcck h\u00f6her liegt als man selbst den Stab greif. Dabei\nsind nat\u00fcrlich immer auch die 20cm Tiefe des Einstichkastens zu\nber\u00fccksichtigen. Eine Griffh\u00f6he von z.B. 4.30m entspricht einer realen H\u00f6he der\noberen Griffhand von 4.10m. Entsprechend beginnt man ab einer Sprungh\u00f6he von\n4.10m zu \u201e\u00fcberh\u00f6hen\u201c. Nun also ein paar Beispiele wie viel \u00dcberh\u00f6hung mit einer\ngewissen Griffh\u00f6he m\u00f6glich ist, bzw. woran man sich orientieren kann:<\/p>\n\n\n\n<p>Timur Morgunov:\nGriffh\u00f6he 4.85m, Resultat: 6.00m, Differenz obere Griffhand zu Latte: 1.35m<\/p>\n\n\n\n<p>Sam Kendricks:\nGriffh\u00f6he 4.90m, Resultat 6.00m, Differenz 1.30m<\/p>\n\n\n\n<p>Renaud Lavillenie:\nGriffh\u00f6he 5.10m, Resultat 6.16m, Differenz: 1.26m<\/p>\n\n\n\n<p>Nicole B\u00fcchler:\nGriffh\u00f6he 4.25m, Resultat 4.80m, Differenz: 0.75m<\/p>\n\n\n\n<p>Patrick Sch\u00fctz\n(2007): Griffh\u00f6he 4.80m, Resultat 5.35m, Differenz: 0.75m (Jawohl, Griff eher\nzu hoch bzw. meine Technik zu schlecht)<\/p>\n\n\n\n<p>Patrick Sch\u00fctz 4\nJahre sp\u00e4ter (2011): Griffh\u00f6he 4.70m, Resultat 5.30m, Differenz 0.80m (schon\nbesser)<\/p>\n\n\n\n<p>Angelica\nBengtsson: Griffh\u00f6he 4.30m, Resultat 4.81m, Differenz: 0.71m<\/p>\n\n\n\n<p>Angelica\nSidorova: Griffh\u00f6he 4.41m, Resultat 4.91m, Differenz: 0.70m<\/p>\n\n\n\n<p>Also, wer als\nMann eine Griffh\u00f6he von 4.30m erreicht hat und noch nicht 4.50m springt,\nspringt technisch noch nicht gut oder hat im Verh\u00e4ltnis zu seiner Griffh\u00f6he zu\nweiche St\u00e4be.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe in der\nSchweiz Athleten erlebt, die mit Griffh\u00f6he 4.80m sprangen und knapp 5.00m\nsprangen. W\u00e4hrenddessen springt die Weltklasse mit solchen Griffh\u00f6hen 5.50m bis\n5.80m. <\/p>\n\n\n\n<p>Mit der einfachen Grundregel, die ich einleitend dargestellt habe, l\u00e4sst sich schon viel ausrichten. Alles weitere ist von der Erfahrung des Trainers (und ein bisschen des Athleten) abh\u00e4ngig und hier gilt, mehr ist mehr. Das Auge daf\u00fcr zu entwickeln, was zu tun ist, ist Ergebnis jahrelangen intensiven Besch\u00e4ftigens mit dem Stabhochsprung. Athleten k\u00f6nnen gross, klein, dick oder d\u00fcnn sein, einen starken Absprung haben, einen schwachen, turnerisch gut sein oder nicht, sie k\u00f6nnen eher unterlaufen oder nicht und und und.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn im Gehirn\ndes Trainers tausende Spr\u00fcnge verschiedenster Athleten abgespeichert, abrufbereit\nund assoziativ verkn\u00fcpft sind, dann weiss dieser Trainer, wenn er eine\nStabhochanlage betritt und einen x-beliebigen Athleten springen sieht, was zu\ntun ist, wenn dieser Springer eine Latte im Wettkampf reisst, weil die\nSt\u00e4nderposition nicht gestimmt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer nur halb so\nviel Erfahrung hat, wird eine unzureichendere Schlussfolgerung ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer nur einen Bruchteil\nder Erfahrung hat, wird eine noch unzureichendere Schlussfolgerung ziehen. <\/p>\n\n\n\n<p>usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich besch\u00e4ftige mich seit meinem 15. Lebensjahr mit Stabhochsprung, habe fr\u00fcher jedes Meeting, dass im Fernsehen ausgestrahlt wurde auf VHS-Kassetten aufgenommen (von 1999 bis 2009, dann kam Youtube auf). Sp\u00e4ter wurde alles (zusammen mit den VHS-Kassetten von Peter Keller mit Videos ab dem Jahre 1987 bis 2000) auf DVD \u00fcberspielt. Das waren insgesamt \u00fcber 105 DVD\u2019s! Das alleine sind rund 650 Stunden Stabhochsprung, die ich nicht nur 1x studiert habe, sondern mehrfach. Danach ging es auf Festplatte weiter und heute berieseln uns Fernsehen, Youtube und Instagram parallel mit Stabhochsprungvideos, so dass ich mein aktives Sammeln eingestellt habe. <\/p>\n\n\n\n<p>Alleine diese hunderte von Stunden Videos anzuschauen gen\u00fcgt aber nicht, man muss sich dabei auch lernen wollen, den Springertyp ber\u00fccksichtigen, sich in ihn hineinf\u00fchlen, seine Technik zu verstehen versuchen etc. <\/p>\n\n\n\n<p>By the way, nat\u00fcrlich haben Anatoly und Herbert noch viel mehr Erfahrung. Ich wollte einfach einmal darstellen, wie der &#8222;Lernumfang&#8220; bei mir etwa aussieht, damit man sich plastisch ein Bild machen kann. Zu den Videos und zu den eigenen 20 Jahren Sprungerfahrung kommen selbstverst\u00e4ndlich noch dutzende Fachartikel (meist von Herbert geschrieben) hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber keine Sorge, das <strong>alles l\u00e4sst sich erlernen, wenn man dem Thema Bedeutsamkeit f\u00fcr einen selbst zumisst, also motiviert ist, zu lernen<\/strong>. Dann sch\u00fcttet das Hirn die notwendigen Botenstoffe aus, damit das Erlernte haften bleibt und neue Verkn\u00fcpfungen im Gehirn geschaffen werden. Und so bekommt man dann allm\u00e4hlich ein \u201eAuge\u201c f\u00fcr den Stabhochsprung.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb gilt auch umgekehrt, wer sich nur 2x pro Woche 1.5h mit Stabhochsprung befasst, wird ab einem gewissen Punkt nicht mehr besser. <\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Lernprozess, ein Auge f\u00fcr den Stabhochsprung zu bekommen, ist entscheidend f\u00fcr das Niveau einer Trainingsgruppe. Der Trainer muss an sich arbeiten, seine F\u00e4higkeiten stetig zu verbessern, niemand hat je ausgelernt. Wenn ein Trainer noch unzureichend geschult ist, zu erkennen, was bei einem Athleten zu tun ist, technisch, Griffh\u00f6he, Stabh\u00e4rte, Absprungpunkt, Anlaufl\u00e4nge etc. dann verl\u00e4ngert sich der Lernprozess seiner Athleten und der Lernprozess verl\u00e4uft unterhalb einer mehr oder weniger normalen Lernkurve. M\u00f6glicherweise scheitern seine Athleten vorzeitig, weil es nicht mehr weiter geht, weil nicht die richtigen Inputs des Trainers kommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Das ist der eine Teil der Story, wie wir in der Schweiz das Niveau des Stabhochsprung zu verbessern haben, durch Stabhochsprungtrainer, die motiviert sind, sich stetig Know-How anzueignen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der andere Teil\nder Story hat mit Spiegelneuronen zu tun und ist Inhalt des n\u00e4chsten Beitrags.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\nZun\u00e4chst zur einfachen Grundregel, bestehend aus 2 Parametern, erstens wo landet der Athlet und zweitens wie viel Biegung hat der Stab beim Sprung gehabt. Das ergibt 4 m\u00f6gliche Kombinationen: Wenig Biegung, Springer landet nahe am Einstichkasten -&gt; auf weicheren Stab&hellip;\n<\/div>\n<div class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/?page_id=237\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Das Verh\u00e4ltnis von Griffh\u00f6he zu Stabh\u00e4rte &#8211; das &#8222;Auge&#8220; f\u00fcr den Stabhochsprung&rdquo;<\/span>&hellip;<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/237"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=237"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/237\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1094,"href":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/237\/revisions\/1094"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=237"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}