{"id":295,"date":"2019-03-23T15:41:54","date_gmt":"2019-03-23T15:41:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/?page_id=295"},"modified":"2019-03-23T15:41:54","modified_gmt":"2019-03-23T15:41:54","slug":"gerald-huether-biologie-der-angst-wie-aus-stress-gefuehle-werden","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/?page_id=295","title":{"rendered":"Gerald H\u00fcther &#8211; Biologie der Angst &#8211; Wie aus Stress Gef\u00fchle werden"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/9783525014394xxl.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-296\" width=\"195\" height=\"324\" srcset=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/9783525014394xxl.jpg 389w, http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/9783525014394xxl-180x300.jpg 180w\" sizes=\"(max-width: 195px) 100vw, 195px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p> Dr. rer. nat. Dr. med. habil., Neurobiologe. Vorstand der Akademie f\u00fcr Potentialentfaltung.   Wissenschaftliche Themenfelder: Einfluss  fr\u00fcher Erfahrungen auf die Hirnentwicklung, Auswirkungen von Angst und  Stress und Bedeutung emotionaler Reaktionen. <\/p>\n\n\n\n<p>Gerald H\u00fcther hat so viel ver\u00f6ffentlicht, dass ich einfach auf seine Webseite verweise: <a href=\"https:\/\/www.gerald-huether.de\">https:\/\/www.gerald-huether.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe erst 3 B\u00fccher von Gerald H\u00fcther gelesen und einige Psychologie-  und Neurobiologieb\u00fccher anderer Autoren mehr. Das Buch hier ist in seiner Form das &#8222;Sch\u00f6nste.&#8220; Ein passenderer Begriff f\u00e4llt mir nicht ein und wer es gelesen hat, wird verstehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf nur 115 Seiten lernt man verstehen, wieso wir f\u00fchlen (weshalb hat die Natur das so vorgesehen), wieso wir Angst haben (damit wir \u00fcberleben), wieso wir positiven und negativen Stress erleben und was dies mit uns macht. In grosser Schrift nimmt uns H\u00fcther an die Hand, von den Einzellern \u00fcber die ersten Lebewesen mit einem hormongesteuerten Nervensystem bis zu den heutigen Alltags-Stressituationen. Dazwischen, in kleinerer Schrift grdruckt, erkl\u00e4rt er immer wieder wissenschaftlich-medizinisch die Details, ohne aber in unverst\u00e4ndlichen Medizinerjargon zu verfallen. Wen das nicht interessiert, der List nur das gross geschriebene und geniesst die Reise durch die Welt von Gerald H\u00fcther.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00fcther erkl\u00e4rt auf diesen rund 100 Seiten eindr\u00fccklich, weshalb man beispielsweise am Stress in der Eltern-Kind Beziehung leidet, weshalb man psychosozialen Stress erf\u00e4hrt, weshalb Unfruchtbarkeit eine Folge von Stress ist (und evolution\u00e4r auch sein muss). <\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Punkte sind mir eindr\u00fccklich in Erinnerung geblieben: <\/p>\n\n\n\n<p>Erstens, Evolution erfolgte auf zweierlei Pfaden; Lebewesen starben nicht nur aus, weil ihr K\u00f6rper nicht den Anforderungen entsprach (Darwinismus im klassischen Sinne, survival of the fittest), sondern auch bzw. alternativ, weil sie an Stress zu Grunde gingen (Tod) bzw. sie infolge Stress unfruchtbar wurden und sich nicht fortpflanzen konnten. Wer zu viel Stress erlebte, war offensichtlich f\u00fcr die Natur nicht geeignet, weiter zu existieren. Da wird einem in unserer heutigen Zeit, mit so viel (zunehmendem) Stress doch etwas Mau. <\/p>\n\n\n\n<p>Zweitens, Dauerstress f\u00fchrt in letzter Konsequenz zu einer allm\u00e4hlichen Aufl\u00f6sung von Hirnverbindungen, denn in seiner Not sucht der Organismus nach der Synapsenverbindung, die den Stress ausl\u00f6st (eine Erinnerung an einen Unfall, an eine verstorbene Person, der Stress, den die Beziehung zur Mutter, zum Vater zu einer nahestehenden Person ausl\u00f6st, usw.), um durch deren Aufl\u00f6sung wieder zur Ruhe zu kommen. Dazu greift das ausgesch\u00fcttete Kortisol das Gehirn an. Das muss man sich einmal richtig plastisch vergegenw\u00e4rtigen. Unser Organismus ist so genial konstruiert, dass wenn gar nichts mehr n\u00fctzt um weiter zu existieren, wenn der Stress zu Antriebslosigkeit, Depression, dauerhafter M\u00fcdigkeit f\u00fchrt (Burnout, chronisches Belastungssyndrom), ein Mechanismus zu wirken beginnt, der nach der Schaltstelle im Gehirn sucht, welche den Stress ausl\u00f6st.  Ein Wettrennen zwischen k\u00f6rperlichem Absterben (Lethargie, Antriebslosigkeit, Depression, das f\u00fchrte vor 500&#8217;000 Jahren schneller zum Tod als heute, wo man unterst\u00fctzt von der IV auch einmal ein zwei Jahre vor sich hin vegetieren kann ohne zu verhungern oder gefressen zu werden) und Aufl\u00f6sung von potentiell stressausl\u00f6senden Verbindungen im Hirn. Wenn einem das einmal bewusst wird, versteht man, wie sehr uns (negativer) Stress (sogenannter Distress) tats\u00e4chlich gef\u00e4hrdet. Man erkennt (negativen) Stress im Alltag schneller als potentiellen Zerst\u00f6rungsfaktor, den es niemals zu untersch\u00e4tzen gilt, nicht nur wenn es um das Kinderkriegen geht. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Sport ist diese Thematik eine so grundlegende , dass sich dieses Buch niemand entgehen lassen sollte. Jeder Athlet hat irgendwo in seinem Leben eine Erfahrung gemacht, die in negativ pr\u00e4gt, jeder Athlet ist gef\u00e4hrdet durch negativem Stress von der Entfaltung seines Potentials abgehalten zu werden. Wer diese Mechanismen versteht, versteht sich selbst und als Coach seine Athleten besser. Das Buch gibt keine Anweisungen, wie man sich als Betroffener Abhilfe verschafft, dazu wurde es auch nicht geschreiben. Alleine das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Mechanismen hilft jedem, zu erkennen, wann er ein Betroffener ist, und sich Hilfe suchen sollte. <\/p>\n\n\n\n<p>Athleten sind keine Roboter, sie haben ein Nervensystem, dass sie durch positiven Stress (Herausforderung, Neugier, Entdeckungslust) weiter bringen kann und durch neagtiven Stress (Druck, Angst, Blockade) zur Strecke bringen kann. <br><\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\nDr. rer. nat. Dr. med. habil., Neurobiologe. Vorstand der Akademie f\u00fcr Potentialentfaltung. Wissenschaftliche Themenfelder: Einfluss fr\u00fcher Erfahrungen auf die Hirnentwicklung, Auswirkungen von Angst und Stress und Bedeutung emotionaler Reaktionen. 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