{"id":310,"date":"2019-03-25T15:34:54","date_gmt":"2019-03-25T15:34:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/?page_id=310"},"modified":"2019-11-08T09:43:23","modified_gmt":"2019-11-08T09:43:23","slug":"schuhe-gehts-noch","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/?page_id=310","title":{"rendered":"Schuhe? Geht&#8217;s noch?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sinn und Unsinn von und mit Sportschuhen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Schuhe-gehts-noch_von-Patrick-Sch\u00fctz.pdf\">Schuhe gehts noch_von Patrick Sch\u00fctz<\/a> (pdf-Version neu\/aktualisiert)<\/p>\n<p>Dieser Bericht ist eine \u00abkurze\u00bb Einleitung in die Thematik \u00abSchuhe\u00bb aus meiner pers\u00f6nlichen aktuellen Optik. Ein Gedankenanstoss, teilweise bewusst provokativ vorgetragen.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Sprengung\u201c \u2013 man steht im Schuh wortw\u00f6rtlich wie \u201eam Hang\u201c<\/strong> (auch ohne Markus Werner).<\/p>\n<p>Wir steigen anschaulich in die Thematik ein. In beinahe allen Schuhen steht die Ferse h\u00f6her als der Fussballen. Man steht im Schuh leicht nach vorne geneigt, wie wenn man \u00abam Hang\u00bb stehen w\u00fcrde \u2013 abw\u00e4rts ins Tal blickend. Der Fachbegriff f\u00fcr die Differenz zwischen der H\u00f6he der Sohle im Vorfussbereich und der H\u00f6he der Sohle im Fersenbereich nennt man: <strong>Sprengung<\/strong>.<\/p>\n<p>Den meisten wird das bisher nicht bewusst oder schlicht \u2013 bis zur Lekt\u00fcre dieser Zeilen \u2013 egal gewesen sein. Das ist im Vergleich zu anderen, ernsthafteren gesundheitlichen Problemen zun\u00e4chst auch nicht weiter besorgniserregend.<\/p>\n<p>Man kann sich aber die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, \u00abam Hang\u00bb zu stehen \u2013 insbesondere bei regelm\u00e4ssiger sportlicher Belastung \u2013 und was die mittel- bis langfristigen Folgen einer solchen Fussstellung sind. Den nat\u00fcrlicher Weise steht der Mensch flach auf dem Boden.<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"952\" height=\"349\" src=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/asdasd.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-311\" srcset=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/asdasd.jpg 952w, http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/asdasd-300x110.jpg 300w, http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/asdasd-768x282.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 952px) 100vw, 952px\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Quelle: http:\/\/runforefoot.com\/running-shoes-heel-strike\/ (besucht am 18. M\u00e4rz 2019)<\/p>\n<p>Eine solche Fussstellung (&#8222;am Hang&#8220;) f\u00fchrt zu:<\/p>\n<ul id=\"mce_5\" class=\"editor-rich-text__tinymce mce-content-body\" role=\"textbox\" contenteditable=\"true\" aria-label=\"Schreibe eine Liste\u2026\" aria-autocomplete=\"list\" aria-multiline=\"true\" data-is-placeholder-visible=\"false\">\n<li>einer Mehrbelastung der vorderen Oberschenkelmuskulatur und der Patellasehne,<\/li>\n<li>die Wadenmuskulatur muss in verk\u00fcrzter L\u00e4nge arbeiten (wenn man mit erh\u00f6hter Ferse steht, verk\u00fcrzt sich die Distanz von Ferse\/Achillessehne zu Knie),<\/li>\n<li>der Muskel Soleus wird im Verh\u00e4ltnis zum Gastrocnemius verst\u00e4rkt beansprucht,<\/li>\n<li>der R\u00fccken wird in eine st\u00e4rkere Lordose-\/Hohlkreuz-Haltung gebracht (R\u00fcckenschmerzen im Lendenbereich) (besonders augenf\u00e4llig, wenn Frauen High-Heels tragen),<\/li>\n<li>die Knie werden st\u00e4rker belastet, was einen erh\u00f6hten Verschleiss des Knorpels im Kniegelenk (Arthrose) mit sich bringen kann,<\/li>\n<li>die Belastung des Fusses verlagert sich auf den Vorfussbereich, wodurch ein Spreizfuss entstehen kann,<\/li>\n<li>ein Schiefstand der gro\u00dfen Zehe (Hallux valgus) ist eine weitere unsch\u00f6ne Folgeerscheinung, die durch das Tragen von Schuhen mit erh\u00f6hter Ferse hervorgerufen werden kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Klingt doch irgendwie suboptimal, nicht? Und erkl\u00e4rt einige Sportlerkrankheiten (Achillessehnenbeschwerden, Wadenbeschwerden, Kniebeschwerden u.a.) und Alltagsbeschwerden (v.a. R\u00fcckenbeschwerden).<\/p>\n<p>Eine grosse Sprengung, also eine Ferse die deutlich h\u00f6her steht als der Fussballen beeintr\u00e4chtigt beim Joggen\/Sprinten auch eine Vorspannung der Wadenmuskulatur und der Achillessehne und damit ein federndes\/reaktives Laufen. Sobald die Ferse den Boden ber\u00fchrt, was \u00f6fters vorkommt, wenn die Sohle an der Ferse dick ist, wird ein federndes\/reaktives Laufen unterbrochen. Man kann sich das bildlich wie folgt vorstellen: Beim Joggen\/Springen sollte die Achillessehne arbeiten wie eine Feder, an die man ein Gewicht h\u00e4ngt. Die Feder wird in die L\u00e4nge gezogen und zieht sich wieder zusammen, wird in die L\u00e4nge gezogen und zieht sich wieder zusammen usw. Das ist der Fall, wenn man nat\u00fcrlich auf dem Vor- und Mittelfuss l\u00e4uft. Sobald die Ferse Bodenkontakt hat wirkt dies, wie wenn die Feder, die sich gerade in die L\u00e4nge zieht, einen Schlag bekommt. Beim Fersenlauf schliesslich wird die eigentliche Funktionsweise von Achillessehne und Waden (das \u00f6konomische, federnde Element) fast vollst\u00e4ndig ausser Betrieb genommen. Der Laufapparat wird nicht in seiner nat\u00fcrlichen Arbeitsweise gefordert und degeneriert.\u00a0<\/p>\n<p>Da wir im Alltag haupts\u00e4chlich Schuhe mit Abs\u00e4tzen tragen (Business-Schuhe und Frauen ohnehin sehr oft), wird in Sportschuhen gezielt die Ferse erh\u00f6ht. Damit soll der Fuss und die durch das Tragen von Abs\u00e4tzen im Alltag verk\u00fcrzte Wadenmuskeln vor \u00dcberbelastungen und Entz\u00fcndungen &#8222;gesch\u00fctzt&#8220; werden. Kein Sportartikelhersteller kann es sich erlauben, haupts\u00e4chlich flache Schuhe ohne Sprengung herzustellen, die beim gr\u00f6ssten Teil der Bev\u00f6lkerung zu gesundheitlichen Problemen f\u00fchren w\u00fcrden. Man kommt also vom Regen in die Traufe. Weil wir im Alltag die falschen Schuhe tragen, wird das gleiche \u00dcbel im Sport fortgesetzt.\u00a0<\/p>\n<p>Im Asics Gel-Kayano und Gel-Nimbus steht die Ferse bei den Frauenmodellen 13mm h\u00f6her als der Fussballen (bei den M\u00e4nnern 10mm). Das sind 5,2% Schr\u00e4glage! Man lege sich einmal barfuss ein 1,3cm dickes Brett unter die F\u00fcsse und \u00fcberlege sich, wie sinnvoll es ist, so Sport zu treiben. Es gibt zwei Gr\u00fcnde f\u00fcr diese sinnlose Entwicklung. Der eine wurde bereits genannt: im Alltag tragen wir Schuhe mit erh\u00f6hter Ferse, wodurch unsere Wadenmuskulatur bereits verk\u00fcrzt beansprucht wird. Der andere ist eine Erfindung eines Mitbegr\u00fcnders von Nike, dazu mehr sp\u00e4ter in diesem Bericht.<\/p>\n<p>Weitere Zahlen zur Differenz zwischen der Dicke der Sohle in der Ferse zur Dicke der Sohle im Vorfussbereich (Sprengung):<\/p>\n<ul id=\"mce_1\" class=\"editor-rich-text__tinymce mce-content-body\" role=\"textbox\" contenteditable=\"true\" aria-label=\"Schreibe eine Liste\u2026\" aria-autocomplete=\"list\" aria-multiline=\"true\" data-is-placeholder-visible=\"false\">\n<li>Adidas Energy Boost: 10mm<\/li>\n<li>Adidas Ultra Boost: 10mm<\/li>\n<li>Adidas Supernova ST: 10mm<\/li>\n<li>ON Cloudflyer: 7mm<\/li>\n<li><strong>ON Cloudflow: 6mm<\/strong><\/li>\n<li>Asics Gel Nimus 21: 10mm (Frauen 13mm)<\/li>\n<li>Asics Gel Kayano 25: 10mm<\/li>\n<li>Asics Tartherzeal: 10mm<\/li>\n<li>Asics GT 2000 6: 10mm<\/li>\n<li>Asics Gel DS Trainer 24: 8mm<\/li>\n<li>Asics LyteRacer TS 7: 8mm<\/li>\n<li>Asics Dynaflite: 8mm<\/li>\n<li>Asics 451: 6mm<\/li>\n<li>Brooks Ghost: 12mm<\/li>\n<li>Nike Zoom Pegasus 34: 10mm<\/li>\n<li>Nike Zoom Pegasus Turbo 2: 10mm<\/li>\n<li>Nike Vaporfly 4% Flyknit : 10mm<\/li>\n<li><strong>New Balance <\/strong><strong>Fresh Foam Zante Pursuit : 6mm<\/strong><\/li>\n<li><strong>Saucony Kinvara 10: 4mm<br \/><\/strong><\/li>\n<li><strong>Saucony Fastwitch 10: 4mm<\/strong><\/li>\n<li>Nike Free 3.0: 6mm<\/li>\n<li><strong>Nike Free RN Motion: 4mm<\/strong><\/li>\n<li>Nike Free 5.0: 8.5mm<\/li>\n<li><strong>Merrell Bare Access Flex 1\/2: 0mm<\/strong><\/li>\n<li><strong>Merrell Trail Glove 4\/5: 0mm<\/strong><\/li>\n<li><strong>Merrell Vapor Glove 3\/4: 0mm<\/strong><\/li>\n<li><strong>Vivobarefoot Primus Lite II: 0mm<\/strong><\/li>\n<li><strong>Vivobarefoot Stealth : 0mm<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei Frauen-Modellen ist die Sprengung in der Regel verh\u00e4ltnism\u00e4ssig gr\u00f6sser als bei den gr\u00f6sseren M\u00e4nner-Modellen. Das erkl\u00e4rt sich wiederum daraus, dass Frauen im Alltag in der Regel h\u00f6here Abs\u00e4tze tragen als M\u00e4nner.<\/p>\n<p><strong>Sprengung und Stehpult bzw. ganz allgemein &#8222;Stehen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die erh\u00f6hte Fersenposition in den allermeisten Schuhen ist der Grund, weshalb viele Menschen mit einem Stehpult nicht gl\u00fccklich werden &#8211; obwohl es immer noch besser ist, ein Stehpult zu benutzen, als acht Stunden am Tag zu sitzen.<\/p>\n<p>Wer mit erh\u00f6hter Fersenposition in den Schuhen am Arbeitsplatz steht, der steht in einer falschen Haltung. Man steht leicht in einer Hohlkreuzhaltung.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend man also meint, sich mit einem Stehpult Gutes zu tun &#8211; was gegen\u00fcber Sitzen richtig ist &#8211; gehen die meisten den zweiten notwendigen Schritt nicht: n\u00e4mlich dabei auch flach zu stehen, also barfuss, in Socken oder in Schuhen ohne Sprengung.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Unbenannt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-442\" width=\"295\" height=\"104\" srcset=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Unbenannt.jpg 590w, http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Unbenannt-300x105.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Ich steh am Arbeitsplatz in flachen Schuhen von vivobarefoot.ch (siehe Foto &#8211; ich erhalte keinen Sponsoringbetrag f\u00fcr diese Nennung). Und zus\u00e4tzlich stehe ich von Zeit zu Zeit auf einem schr\u00e4gen Brettchen, wobei der Fussballen h\u00f6her steht als die Ferse. Dabei stehe ich also umgekehrt &#8222;am Hang&#8220;, aufw\u00e4rts blickend. Seither kann ich stundenlang im Stehen arbeiten und mein R\u00fccken zieht und schmerzt danach nicht mehr. Wunderbar, endlich.<\/p>\n<p><strong>Was hat sich die Natur dabei gedacht?<\/strong><\/p>\n<p>Der Fuss des Menschen besteht aus je<\/p>\n<ul>\n<li>26 Knochen (bzw. 28 je nach Definition),<\/li>\n<li>19 Muskeln und<\/li>\n<li>107 Sehnen\/B\u00e4nder (wiederum je nach Z\u00e4hlweise etwas mehr).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Hominid geht etwa seit 1.85 Mio. Jahren aufrecht (homo erectus wird auf 1.8 bis 2 Mio. Jahre v. Chr. datiert). Rund 1&#8217;849\u2019700 Jahre gingen unsere Vorfahren also praktisch barfuss bzw. sp\u00e4ter auf mit Textilien \u00fcberzogenen F\u00fcssen durch die Welt.<\/p>\n<p>Erst im 17. Jahrhundert n.Chr. kamen Schuhe mit Abs\u00e4tzen auf.<\/p>\n<p>Allein der Apparat \u00abFuss\u00bb (inkl. Achillessehne\/Wadenmuskulatur), mit welchem der Mensch \u00abfedernd\u00bb bzw. reaktiv (Energie speichernd und wieder abgebend) l\u00e4uft, spart beim Rennen, je nach Studie, etwa 17% Energie gegen\u00fcber einem gleichartigen Apparat, der keinen Fussgew\u00f6lbe\/Achillessehne-Komplex hat (Liebermann, Mein K\u00f6rper u.a.).<\/p>\n<p>Folge der nat\u00fcrlichen Evolution ist eine Verbesserung der Energieeffizienz. Wer bei gleicher Leistungsf\u00e4higkeit weniger Energie verbrauchte oder bei gleichem Energieverbrauch leistungsf\u00e4higer war, \u00fcberlebte.<\/p>\n<p>Schimpansen haben 0.8cm lange Achillessehnen und lange Zehen. Der Mensch hat eine 15cm lange Achillessehne und kurze Zehen. Die Evolution hatte sehr lange Zeit, die Menschen zu aufrecht gehenden Lauf- und Rennmaschinen zu machen. 1.85 Mio. Jahre entsprechen rund 100&#8217;000 Generationen.<\/p>\n<p>Unsere F\u00fcsse sind so konstruiert, dass wir kilometerlang auf nat\u00fcrlichem Untergrund laufen und rennen k\u00f6nnen. Das beweist nicht nur Abele Bikila der Olympiasieger von 1960 im Marathon, der Barfuss lief \u2013 trotz Asphaltbelag. W\u00fcrde man den Boston Marathon auf Steppenboden verlegen, alle Kenianer k\u00f6nnten den Barfuss laufen &#8211; wage ich einmal zu behaupten.<\/p>\n<p>Zu den evolution\u00e4ren Hintergr\u00fcnden, wie wir zu den besten langstreckenlaufenden Lebewesen auf Erden wurden, verweise ich auf die B\u00fccher und wissenschaftlichen Arbeiten am Ende dieses Artikels, insbesondere die Theorie von Prof. Liebermann. Dazu zwei leicht verst\u00e4ndliche Videos mit dem Autor von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=w3XTHevPXDY\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"&quot;Born to run&quot; (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">&#8222;Born to run.&#8220;<\/a> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=F90D418SFZI\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Video 2 (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Video 2<\/a><\/p>\n<p>Kurz zusammengefasst: Als der Mensch (oder damals noch der Hominid bzw. der homo erectus) begann, sich aufrecht zu bewegen, war er eines der langsamsten Lebewesen (ein Eichh\u00f6rnchen ist schneller als Usain Bolt), eines der schw\u00e4chsten (wir unterliegen jedem Menschenaffen im Zweikampf), wir hatten keine Reissz\u00e4hne und keine Schutzmechanismen (z.B. wie ein Nashorn oder B\u00fcffel). Effektive &#8222;Waffen&#8220; der Menschen datieren erst auf die Zeit um 400&#8217;000 bis 200&#8217;000 v. Chr. Also hatten wir 1.4 Mio. Jahre &#8222;nichts&#8220;, um uns zu verteidigen und vermeintlich nichts um zu jagen, ausser ein wachsendes Hirn (und rudiment\u00e4re Steinwerkzeuge). Entscheidend f\u00fcr unser \u00dcberleben war die F\u00e4higkeit, lange Strecken bei Hitze schneller laufen zu k\u00f6nnen als praktisch jedes andere Landlebewesen. Der Mensch hat eine \u00fcberaus effektive Art, seine K\u00f6rpertemperatur zu regulieren: Schwitzen. Und er besitzt einen effizienten Laufapparat auf nur zwei Gliedmassen. Deshalb ist der Mensch ab Strecken von 35km auch schneller als Wildpferde. Die Theorie von Liebermann geht dahin, dass der Mensch seine Beute (Antilopen, Kudu, Gnu etc.) \u00fcber lange Strecken vor sich her Trieb, bis diese in der Hitze kollabierte. Diese Jagd wurde in den 90er Jahren noch von wenigen St\u00e4mmen in Afrika beherrscht. Dazu passt, dass Frauen zwar \u00fcber kurze und mittlere Strecken und in der Maximalkraft den M\u00e4nnern deutlich unterlegen sind, der Vorsprung der M\u00e4nner aber in Richtung der Marathon-Distanz kleiner wird. Bei bei Ultra-Marathons sind oft Frauen in den Top10 zu finden . Es n\u00fctzte schliesslich wenig, wenn die Beute 30km entfernt von den Frauen erlegt wurde. Statistisch laufen die 64-j\u00e4hrigen dieselben Marathon-Zeiten wie 18-j\u00e4hrige (im Durchschnitt), was ebenso Sinn macht, wenn mehrere Generationen eines Stammes zusammen Jagd machten. F\u00fcr eine ausf\u00fchrlichere Beschreibung verweise ich auf Kapitel 28 im Buch &#8222;Born to Run&#8220;, f\u00fcr die ganze Theorie auf &#8222;The Story of the Human Body&#8220; von Professor David Lieberman (Literaturverweise am Ende dieses Beitrags).<\/p>\n<p><strong>Was hat sich der Mensch dabei nur gedacht?<\/strong><\/p>\n<p>Und was f\u00fcr Gedanken hatte der Mensch sich zu dem Thema F\u00fcsse gemacht? Ich beschreibe auszugsweise was auf Wikipedia \u2013 Schande \u00fcber mein akademisches Ich \u2013 dazu zu finden ist (und die Sache nicht schlecht trifft):<\/p>\n<p>Den M\u00e4nnern boten die Abs\u00e4tze die M\u00f6glichkeit, gr\u00f6sser und kriegerischer zu erscheinen, den Frauen verschaffte der Absatz aufgrund der dadurch ver\u00e4nderten K\u00f6rperhaltung und Beckenstellung eine Betonung des Dekolletees und einen erotischeren Gang.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine grandiose Leistung der Menschen&#8230; Ego, Krieg und Sex.<\/p>\n<p><strong>Und die Sportartikelhersteller?<\/strong><\/p>\n<p>Dass Nike, Adidas, Asics und Co. nicht viel weiter dachten, als unsere Vorfahren im 17. Jahrhundert, sondern an ihren Gewinn, ist naheliegend.<\/p>\n<p>Wir bewegen uns heute zunehmend auf Bodenbel\u00e4gen, die nichts mehr mit denjenigen unserer Vorfahren gemein haben: Beton, Asphalt, Steinplatten, also Vieles was h\u00e4rter ist als Feld, Wald, Wiese und Steppe.<\/p>\n<p>Der Ansatz, mit einer f\u00fcr Sport geeigneten Sohle unsere F\u00fcsse vor Beton und Asphalt zu sch\u00fctzen, der ist erstmal nicht schlecht. Diesen Ansatz verfolgten Sportschuhhersteller bis Ende der 60er Jahre. Sportschuhe waren flach. Keine St\u00fctzen, kein Schnickschnack. Man nehme dazu einfach ein paar Milimeter Gummisohle. Einverstanden.<\/p>\n<p>Alles Weitere, also St\u00fctzungen, D\u00e4mpfungen, etc., ist, meines Erachtens, etwas provokativ verk\u00fcrzt: der von den Herstellern erfolgreich verfolgte Ansatz, mit Schuhen, die in der Herstellung weniger als 10 Franken kosten, die Menschen glauben zu machen, man tue sich etwas Gutes &#8211; und daf\u00fcr 200 Franken auszugeben.<\/p>\n<p>Gutes Marketing und zu wenig aufgekl\u00e4rte Menschen f\u00fchren zu grossen Gewinnen der Sportartikelhersteller.<\/p>\n<p>Der Mensch l\u00e4sst sich gerne allerlei Gutes versprechen. Die Gl\u00fcckshormone str\u00f6men durch unseren K\u00f6rper, wenn man sich etwas gekauft hat, egal ob die Sache sinnvoll ist \u2013 oder eben nicht.<\/p>\n<p>Wir wollen es gerne glauben, dass die CHF 200.-, die wir f\u00fcr Schuhe ausgeben, sinnvoll investiert sind und wir glauben auch gerne, dass diese Schuhe \u00abProbleme\u00bb beseitigen, wie Instabilit\u00e4t, Knieschmerzen etc.<\/p>\n<p>Effektiv sind sie aber f\u00fcr unsere Probleme miturs\u00e4chlich.<\/p>\n<p>Nike wurde von Bill Bowermann und Phil Knight gegr\u00fcndet. Bowermann war Coach der University of Oregon. 1962 traf er in Neuseeland Arthur Lydiard, den vielleicht einflussreichsten Langstreckencoach aller Zeiten. Als er in die USA zur\u00fcckkehrte schrieb er das Buch \u00abJogging\u00bb und erlangte damit erste Ber\u00fchmtheit, indem er die Erfahrungen eines Trainerkollegen aufnahm und zu Geld machte.<\/p>\n<p>Daneben forschte er an einem neuen Schuhdesign und erschuf den best gepolsterten Laufschuh, den es bis dahin gab, den Nike Cortez. Der geschickte Schachzug war aber nicht diesen Schuh zu erfinden, sondern dass damit ein neuer Laufstil propagiert wurde, der <strong>Fersenlauf<\/strong>.<\/p>\n<p>Bis zu jenem Zeitpunkt lief man mit geradem R\u00fccken, gebeugten Knie und die Beine wurden unter die H\u00fcften gezogen. Die einzige Stossd\u00e4mpfung war die Kompression der Beine und der H\u00fcften. <strong>Bowermanns Idee war, die Schrittl\u00e4nge zu erweitern, indem der Fuss weiter vor dem K\u00f6rper aufgesetzt werde konnte. Daf\u00fcr bedurfte es einer ged\u00e4mpften Ferse. Das Marketing war brillant:<\/strong> man erschuf den Laufstil und den passenden Schuh und im Olympiajahr 1972 war man in einer Monopolposition. Der Rest der Erfolgsgeschichte der Marke Nike ist bekannt.<\/p>\n<p>Die Meinung der Trainerlegende Arthur Lydiard zur Erfindung seines Kollegen Bowermann: &#8222;Wer ein paar Hundert Dollar f\u00fcr die neusten Hightech-Laufschuhe hinlegt, bekommt daf\u00fcr keine Garantie, dass sich damit irgendeine dieser Verletzungen vermeiden l\u00e4sst, es kann vielmehr garantiert werden, dass man sich auf die eine oder andere Art entsprechend verletzt.&#8220;<\/p>\n<p>Das Marketing von Nike erreicht die hintersten Winkel der Erde. Diese Aussage von Arthur Lydiard &#8211; mangels Marketingbudget &#8211; nicht.<\/p>\n<p>2001 wurde Nike von Vin Lananna damit konfrontiert, dass seine L\u00e4ufer der Stanfort University und seines Farm Teams der Collegeabsolventen barfuss besser trainierten, als in den von Nike gesponserten Schuhen. Vin Lannana arbeitete 10 Jahre als Coach in Stanfort. Sein Team der Bahn- und Cross-L\u00e4ufer wurde 5x NCAA-Champion, gewann 22 Einzeltitel und Lannana war auch NCAA Cross-Coach des Jahres. Drei von Lannanas L\u00e4ufern waren Teilnehmer an Olympischen Spielen. Lanannas Meinung: &#8222;Die Schuhe (von Nike) hindern die F\u00fcsse daran, ihre nat\u00fcrliche Bewegung und Haltung einzunehmen, weil die Schuhe immer st\u00e4rker unterst\u00fctzt seien. Seine Athleten seien <strong>schneller <\/strong>im Barfusstraining und h\u00e4tten <strong>weniger Verletzungen<\/strong>. Ich glaube, man \u00fcberkompensiert, wenn man mit Schuhen all diese Korrekturen anzubringen versucht. Der Mensch ging jahrtausendelang ohne Schuhe. Ich bin der Ansicht, dass man das Risiko von Achillessehnen-, Knie- und Plantarsehnenbeschwerden reduziert, wenn man den Fuss durch Barfussgehen st\u00e4rkt.&#8220;<\/p>\n<p>Als man 2002 bei Nike langsam vom Barfussaufstand Notiz nahm, Bowerman war 1999 verstorben, wandte man sich wieder an Arthur Lydiard und der schimpfte: &#8222;St\u00fctzt man einen bestimmten K\u00f6rperteil, dann wird er schw\u00e4cher. Lauft barfuss, und erspart euch diesen \u00c4rger. <strong>Schuhe, die den Fuss arbeiten lassen, als ob man barfuss w\u00e4re<\/strong>, dass sind f\u00fcr mich die richtigen Schuhe.&#8220;<\/p>\n<p>Nike versuchte in der Folge herauszufinden, wie man mit nackten F\u00fcssen Geld verdienen kann. Das Ergebnis ist heute bekannt: \u00abNike Free \u2013 Lauf barfuss.\u00bb<\/p>\n<p>Dass Nike aktuell wieder auf dem Holzweg ist, wird anschaulich, wenn man betrachtet, welche (entschuldigt) perversen Ausmasse die Fersend\u00e4mpfung im neuesten Nike Free haben. Einen augef\u00e4lligeren &#8211; und groteskeren &#8211; Eingriff in die Natur der Laufbewegung habe ich selten gesehen:<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/NIkeFreeRn.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-405\" width=\"553\" height=\"167\" srcset=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/NIkeFreeRn.jpg 737w, http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/NIkeFreeRn-300x90.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 553px) 100vw, 553px\" \/><\/figure>\n\n\n<p><strong>Marketing ist alles<\/strong><\/p>\n<p>Wenn Nike etwas perfekt beherrscht, dann ist es Marketing. Das beweist der aktuelle Hype um die mysteri\u00f6sen Marathon-Race-Schuhe. Nike hat keinen Beweis, der wissenschaftlichen Anspr\u00fcchen gen\u00fcgt, daf\u00fcr, dass ihr Schuh &#8222;schnell&#8220; ist. Sie haben nur schnelle L\u00e4ufer unter Vertrag (praktisch alle).<\/p>\n<p>Es gibt einen <em>wesentlichen <\/em>Unterschied zwischen &#8222;Korrellation&#8220; (das ist: L\u00e4ufer X ist schnell <em>und <\/em>er tr\u00e4gt Nike Schuhe) und &#8222;Kausalzusammenhang&#8220; (das ist: L\u00e4ufer X ist <em>wegen <\/em>der Nike Schuhe schnell). Nike und alle anderen Sportartikelhersteller profitiert bei ihren Werbeversprechen davon, dass die meisten Menschen diesen Unterschied nicht verstehen.<\/p>\n<p>Usain Bolt ist nicht toll, <em>weil <\/em>er Puma tr\u00e4gt, sondern Usain Bolt ist toll <em>und <\/em>er tr\u00e4gt Puma. Puma profitiert vom Glanz von Usain Bolt und wir kaufen Puma, weil wir etwas von diesem Glanz abhaben wollen.<\/p>\n<p>Aber niemand k\u00e4me auf die Idee, dass man mit Puma-Nagelschuhen schneller wird, <em>weil <\/em>Usain Bolt die tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Und ganz nebenbei, L\u00e4ufer aus Kenia haben die meisten Dopingf\u00e4lle der letzten 10 Jahre in der Leichtathletik verbrochen. Nike sponsert auch einen Schmutzfink wie Justin Gatlin nach doppelter Dopingsperre weiterhin. Lance Armstrong&#8230;war auch Nike. Was denkt ihr, tut man beim &#8222;Nike breaking 2&#8220;-Projekt wohl nicht alles, damit endlich irgendjemand in Nike-Schuhen als erster den Marathon unter 2 Stunden l\u00e4uft? Ich will&#8217;s gar nicht wissen. Da steckt so viel Geld dahinter. Nike kann sich 2 Dinge nicht leisten. 1. Dass der Kerl die 2 Stunden nicht schafft und 2. dass er wegen Doping gesperrt wird.<\/p>\n<p><strong>Was r\u00e4t der Arzt \u2013 oder ist er auch nur am \u201eraten\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Wieso empfehlen uns Physiotherapeuten und \u00c4rzte bestimmte Sportschuhe oder Einlagen? Das zu beantworten \u2013 und ich w\u00fcrde mich darauf einlassen \u2013 sprengt den Umfang dieses Artikels. Nur so viel: Die Kluft zwischen dem europ\u00e4ischen B\u00fcroangestellten und einem L\u00e4ufer des Kalenjin Stammes in Kenia ist so gross, dass einem pragmatischen Mediziner in der Regel wenig Alternativen dazu bleiben, die Symptome des Patienten zu lindern.<\/p>\n<p>Soll der Mediziner dem Patienten ernsthaft raten:<\/p>\n<ul>\n<li>abzunehmen bis zu einem BMI eines Kenianers,<\/li>\n<li>t\u00e4glich 5km barfuss zu laufen und zu joggen,<\/li>\n<li>sich ausschliesslich von Naturprodukten zu ern\u00e4hren,<\/li>\n<li>nie mehr in einem B\u00fcrostuhl zu sitzen<\/li>\n<li>u.v.m. (und das am besten r\u00fcckwirkend ab dem 3. Lebensjahr<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das w\u00e4re bei 99% seiner Patienten relativ sinnfrei. Deshalb verschreibt er Physio, Schmerzmittel und Ruhe &#8211; und ged\u00e4mpfte Schuhe und Einlagen.<\/p>\n<p>Den meisten \u00c4rzten fehlt schlicht das Interesse und\/oder das Wissen und\/oder die Zeit, sich mit der Frage zu befassen, was braucht ein Mensch, damit er sich nachhaltig gesund bewegt. Das \u00fcbersteigt schlicht den Ausbildungshorizont der meisten \u00c4rzte. Das ist keine reine Behauptung meinerseits. Das best\u00e4tigen mir renommierte \u00c4rzte.<\/p>\n<p>Wieso entwickelt ein Stabhochspringer eine Achillodynie und wie bekommt er das wieder in den Griff? Diese simple Frage konnte in meiner 20-j\u00e4hrigen Karriere niemand so umfassend beantworten, wie ich es heute kann. Jeder Mediziner hatte nur einen Bruchteil &#8222;gewusst.&#8220; Am Ende muss der Athlet sich diese Puzzleteile zusammensetzen. Ist er dazu nicht interessiert genug oder intelligent genug, wird er w\u00e4hrend seiner gesamten Karriere medizinische Betreuung ben\u00f6tigen oder schon sehr bald &#8222;verletzt&#8220; aufgeben.<\/p>\n<p><strong>Denkanstoss<\/strong><\/p>\n<p>Moderne Sportschuhe sind im besten Fall ein gewinnorientierter Versuch, Menschen zu helfen, die sich nicht mehr so bewegen, wie der Mensch vor 100&#8217;000 Jahren, n\u00e4mlich nicht mehr kilometerlang gehend und rennend, sondern sitzend, h\u00e4ngend, chillend, dazwischen in Schuhen mit Abs\u00e4tzen gehend und dann wieder sitzend, h\u00e4ngend, chillend.<\/p>\n<p>Die Schuh-Industrie ist nicht \u201edas B\u00f6se.\u201c Viele Menschen w\u00fcrden sich ohne \u00abgeeignetes\u00bb Schuhwerk gar nicht mehr bewegen und viel eher an den Folgen des Bewegungsmangels sterben (Diabetes etc.), als an schmerzenden Gelenken.<\/p>\n<p>Mein Denkanstoss geht dahin, euch (v.a. die jungen Athleten) anzuregen, euch Gedanken zu machen, was ihr beachten k\u00f6nnt, damit ihr nicht in 30 Jahren ein k\u00fcnstliches Gelenk braucht oder mit 50 Jahren nicht mehr joggen k\u00f6nnt. Sportschuhe bek\u00e4mpfen Symptome (Schmerzen, Fehlstellungen u.a.) und sind dabei \u2013 wie jedes gew\u00f6hnliche Schmerzmittel auch \u2013 nicht frei von Nebenwirkungen. Die Nebenwirkung eines gest\u00fctzten Schuhs beispielsweise ist die weitere Abschw\u00e4chung der Fussmuskulatur.<\/p>\n<p>Joggen wird f\u00fcr Menschen, die beispielsweise einen gest\u00fctzten Schuh empfohlen erhalten haben, kurz- und mittelfristig wieder m\u00f6glich. Langfristig aber ruft der Orthop\u00e4de zum Termin. St\u00fctzen des Fussgew\u00f6lbes sind wie ein Gips, der die Funktionalit\u00e4t des Fussgew\u00f6lbes einschn\u00fcrt und ausser Betrieb setzt. Der Fussapparat verk\u00fcmmert weiter. Ich kann das aus eigener Erfahrung best\u00e4tigen. Ich hatte Einlagen von zwei (sehr) namhaften Anbietern. Insbesondere das zweite Paar Einlagen war der letzte Nagel im Sarg meiner Achillessehne. Die Einlage war innenseitig stark gest\u00fctzt, dadurch war mein Fuss nicht mehr \u00abinstabil\u00bb, aber: Ohne die Funktionalit\u00e4t des Fussgew\u00f6lbes musste wer wohl die ganzen Schl\u00e4ge alleine auffangen? Die Achillessehne. Bingo. Die wurde dann auch operiert.<\/p>\n<p>Es gibt zwei Problemgruppen: Die eine sind Sportler, die sich so intensiv bewegen, dass selbst eine leichte \u00abFehlstellung\u00bb in Sportschuhen oder eine Fehlfunktion eines Sportschuhs, die Gesundheit beeintr\u00e4chtigt. Die andere sind Menschen, die sich im Alltag so unnat\u00fcrlich bzw. nicht mehr wie von der Natur veranlagt verhalten (Sitzen, \u00dcbergewicht, Muskeldysbalancen etc.), dass ihnen selbst Sportschuhe nicht mehr helfen, weiter schmerzfrei einen Sport auf zwei Beinen betreiben zu k\u00f6nnen. Das macht sich dann in den F\u00fcssen oder ein Gelenk h\u00f6her in den Knien oder in den H\u00fcften oder im R\u00fccken bemerkbar, je nachdem, wo der individuelle Schwachpunkt aufgrund der Lebensweise dieses Menschen ist.<\/p>\n<p><strong>Wissenschaft<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt <em>keinen<\/em> Beweis, dass Laufschuhe in irgendeiner Form zur Verletzungspr\u00e4vention beitragen <br>(Dr. Craig Richards, University of Newcastle, British Journal of Sports Medicine, 2009: <br>OBJECTIVES: To determine whether the current practice of prescribing distance running shoes featuring elevated cushioned heels and pronation control systems tailored to the individual&#8217;s foot type is evidence-based. RESULTS: No original research that met the study criteria was identified either directly or via the findings of the six systematic reviews identified. CONCLUSION: The prescription of this shoe type to distance runners is not evidence-based).<\/p>\n<p>Dr. Richards hatte die Schuhhersteller vor dieser Studie angefragt, ob sie behaupten und belegen k\u00f6nnten, dass das Tragen ihrer Schuhe die Leistungen bei Langstreckenl\u00e4ufern verbessern w\u00fcrden und laufbedingte Verletzungen vermindern k\u00f6nnten. Richards erhielt keine Antworten der Schuhhersteller.<\/p>\n<p>Es gibt hingegen sehr viele wissenschaftliche Indizien, dass der Mensch barfuss weniger Verletzungen erleidet als mit Schuhen, immerhin hat er damit einige hunderttausend Jahre gut gelebt, als er noch st\u00e4rker auf den K\u00f6rper angewiesen war wie heute \u2013 ohne Medizin.<\/p>\n<p>Dr. Bernhard Marti von der Universit\u00e4t Bern hat bereits in den 80er Jahren am Berner Grand-Prix eine detaillierte Studie zu den Trainingsgewohnheiten und dem Schuhwerk der L\u00e4ufer durchgef\u00fchrt. 45% der Teilnehmer waren im Jahr vor dem Lauf verletzt gewesen. Welcher Faktor korrelierte mit der Verletzungswahrscheinlichkeit? Es war nicht der Untergrund, auf dem die L\u00e4ufer trainierten, nicht das Tempo, nicht das w\u00f6chentliche Pensum, nicht das K\u00f6rpergewicht oder die medizinische Vorgeschichte, es war tats\u00e4chlich: Der Preis der Schuhe. L\u00e4ufer mit Schuhen \u00fcber 95 Franken hatten ein doppelt so grosses Verletzungsrisiko, wie L\u00e4ufer mit Schuhen unter 40 Franken. <br>On the epidemiology of running injuries: The 1984 Bern Grand-Prix study, Marti B, Vader JP, Minder CE, et al. On the epidemiology of running injuries: the 1984 Bern Grand-Prix study. Am J Sports Med 1988; 16: 285-94<\/p>\n<p>Nachfolgestudien kamen zu \u00e4hnlichen Ergebnissen.<br>Is your prescription of distance running shoes evidence-based? <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/?term=Richards%20CE%5BAuthor%5D&amp;cauthor=true&amp;cauthor_uid=18424485\">Richards CE<\/a>1,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/?term=Magin%20PJ%5BAuthor%5D&amp;cauthor=true&amp;cauthor_uid=18424485\">Magin PJ<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/?term=Callister%20R%5BAuthor%5D&amp;cauthor=true&amp;cauthor_uid=18424485\">Callister R<\/a>. <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/18424485\">Br J Sports Med.<\/a>&nbsp;2009 Mar;43(3):159-62.<\/p>\n<p>Eine D\u00e4mpfung mildert das Total der Aufprallkr\u00e4fte nicht. Man kann ein Ei in einen Handschuh legen, das Ei wird trotzdem kaputt gehen, wenn man mit Wucht draufschl\u00e4gt. Nichts anderes ist eine Landung auf der Ferse.<\/p>\n<p>Der Effekt ged\u00e4mpfter Schuhe ist mit der Landung auf Turnmatten zu vergleichen. Je weicher die Matte, desto h\u00e4rter und mit mehr Spannung landet der Turner, weil er nach Stabilit\u00e4t sucht. Je h\u00e4rter die Matte, desto mehr federt er in seinen Gelenken nach. Der Boden ist stabil.<\/p>\n<p>Barfuss werden auf Messplatten die geringsten Aufprallkr\u00e4fte gemessen, mit ged\u00e4mpften Laufschuhen die h\u00f6chsten, insbesondere in horizontaler Richtung also in Laufrichtung. Das bedeutet nichts anderes, als das auf die Knie Scherkr\u00e4fte wirken. Es \u00fcberrascht nicht, dass die meisten \u00abHobbyl\u00e4ufer\u00bb im Verlauf ihrer Aktivit\u00e4ten irgendwann \u00fcber Knieprobleme zu klagen beginnen (Patella, Meniskus, Schleimbeutelentz\u00fcndungen, Arthrose u.a.).<\/p>\n<p>Das Herzst\u00fcck des Fusses ist das Fussgew\u00f6lbe. Ein Bogen der sich bei Belastung versteift. Je st\u00e4rker die Belastung, je fester schliessen sich die Teile zusammen. Kein Br\u00fcckenbauer, der bei Trost ist, w\u00fcrde eine Bogenbr\u00fccke in der Mitte st\u00fctzen. St\u00fctzt man einen Bogen von unten, werden die Kr\u00e4fte, die einen Bogen erhalten \u00abgebrochen\u00bb.<\/p>\n<p>Wird der Mechanismus des Fussgew\u00f6lbes, die Vorw\u00e4rtsbewegung und die seitliche Rotation aufzunehmen, zu speichern und zur\u00fcckzugeben, ausser Kraft gesetzt, ist die Folge, dass der Komplex Ferse-Achillessehne-Wade st\u00e4rker belastet wird und der Fuss nicht mehr nat\u00fcrlich \u00abrollt.\u00bb<\/p>\n<p>Alain Webb lief 2007 US-Rekord \u00fcber 1500m und Weltjahresbestzeit. Webb hatte vor seiner Laufkarriere Schuhgr\u00f6sse 46 und Plattf\u00fcsse. Nach viel Barfusstraining war er bei Schuhgr\u00f6sse 42 bis 43. Sein Fussgew\u00f6lbe war wieder instand gestellt.<\/p>\n<p><strong>Die Zeitschrift Runner\u2019s World \u00fcberraschte 2008 mit dem Eingest\u00e4ndnis, <\/strong>dass sie ihre Leser jahrelang versehentlich in die Irre gef\u00fchrt hatte, indem sie L\u00e4ufern mit Plantarsehnenentz\u00fcndung korrektiv wirkende Spezialschuhe empfahl: Aber die neuere Forschung habe gezeigt, dass <strong>stabilisierende Schuhe bei einer Plantarsehnenentz\u00fcndung vermutlich keine Abhilfe schaffen und die Symptome sogar verschlimmern k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">F\u00fcsse sind nie per se zu schwach, sonst w\u00e4ren wir als einziger zweibeiniger Nachfahre der Affen ausgestorben. Vielmehr sind wir heute zu schwer, zu faul und tragen zu oft ged\u00e4mpfte und gest\u00fctzte Schuhe mit erh\u00f6hter Ferse.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">Wer sein Heil in gest\u00fctzten Schuhen und Einlagen sucht, darf sich nicht wundern, wenn daraus wiederum (neue) Probleme resultieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">Umweltprobleme werden auch nicht gel\u00f6st, indem man beim Fliegen Klimarappen bezahlt. Vielmehr verdienen dabei die Fluglinien, ohne dem Problem entgegenzuwirken, wie Sportschuhersteller Geld verdienen, ohne ein Problem zu l\u00f6sen, sondern in dem sie (neue) Probeme bef\u00f6rdern. Statt das jemand abnimmt, weniger sitzt, sich gesund ern\u00e4hrt, kauft er sich tolle, teure Laufschuhe und meint, er laufe damit beschwerdefrei einen Marathon.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">F\u00fcsse bzw. deren Muskulatur leben von der Belastung, die sie st\u00e4rkt<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Pronation ist kein Problem, sondern Teil der nat\u00fcrlichen Laufbewegung. Wer barfuss auf hartem Grund joggt, merkt wie der Fuss automatisch auf der Aussenseite aufsetzt, dann nach innen abrollt, bis der Fuss ganz aufliegt, um danach wieder \u00fcber die Aussenseite abzustossen.<\/p>\n<p>Pronation ist nebst dem Waden\/Achillessehnenkomplex der in Laufrichtung wirkt, die zweite bewegliche Einheit, quer zur Laufrichtung, welche die Kr\u00e4fte aufnimmt (die Fussw\u00f6lbung funktioniert auch hier als elastisches D\u00e4mpfungs- und Energiespeicherelement) und wieder abgibt.<\/p>\n<p>Wer Laufschuhe tr\u00e4gt, insbesondere innenseitig gest\u00fctzte Laufschuhe, schw\u00e4cht diesen Mechanismus ab.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt wiederum dazu, dass der Arzt, Physiotherapeut oder Schuhverk\u00e4ufer feststellt, dass man eine zu starke Pronation habe (\u00dcberpronation), worauf er einem wiederum gest\u00fctzte Schuhe oder sogar Einlagen empfiehlt.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re als w\u00fcrde man jemandem den Arm eingipsen, nach zwei Monaten feststellen, dass die Muskulatur massiv abgenommen hat und ihm dann zum Schutz den Arm wieder eingipst, weil er nun zu schwach scheint.<\/p>\n<p>Ein Teufelskreis, wenn man nicht versteht, dass die L\u00f6sung darin besteht, die Fussmuskulatur wieder aufzubauen, eben gerade ohne St\u00fctzung des Gew\u00f6lbes. Und selbstverst\u00e4ndlich stufenweise und nicht von Tag 1 auf Tag 2. Das braucht Geduld und ein gewisses Mass an Interesse an der eigenen Gesundheit. Genau das haben 95% der Menschen nicht, werfen eine Schmerztablette ein, pausieren eine Woche und laufen danach munter in ged\u00e4mpften, gest\u00fctzten Schuhen in die n\u00e4chste Verletzungspause. Wenn Sie bis hierher gelesen haben, besteht die M\u00f6glichkeit, dass Sie zu den anderen 5 % zu z\u00e4hlen sind.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens Laufschuhe k\u00f6nnen eine \u00dcberpronation auch ausl\u00f6sen. Wenn man bei einer Laufanalyse feststellt, dass jemand barfuss ohne \u00dcberpronation, also mit normaler Pronation l\u00e4uft und erst mit einem Laufschuh zu stark nach innen knickt, dann ist das nicht sehr aussergew\u00f6hnlich. Denn in Schuhen setzt der Fuss bei der Aussenkante der Schuhsohle auf und dieser Punkt ist bei der Schuhsohle etwa 1 bis 2cm weiter aussen als die \u00abmenschliche\u00bb Fussaussenkante. Dadurch entsteht beim Abkippen \u00fcber die Schuhaussenkante eine Rotationskraft, die eine \u00dcberpronation bewirken kann. Wenn man dann sogleich, um das neuentdeckte Problem \u00ab\u00dcberpronation\u00bb zu beheben, zu gest\u00fctzten Schuhen greift, hat man etwa dasselbe getan, wie jemand der zun\u00e4chst eine Sonnenbrille aufsetzt, um dann festzustellen, dass er nicht mehr genug sieht und der schliesslich deshalb das Licht anz\u00fcndet. Man sollte gescheiter so lange \u00abnat\u00fcrliche Schuhe\u00bb suchen, bis man bei einer Laufanalyse keinen Unterschied mehr zum Barfusslauf feststellen kann.<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wir Leichtathleten als Spezialfall<\/strong><\/p>\n<p>Wenn also der Arzt dem Gelegenheitsjogger zu einem Schuh r\u00e4t, der wie seine Alltagsschuhe eine erh\u00f6hte Ferse hat und die etwas gest\u00fctzt sind, ok&#8230; Wie gesagt, bevor diese Person gar nicht mehr Joggen geht, lieber so.<\/p>\n<p>ABER: Wenn ein Arzt einem Leichtathleten dasselbe r\u00e4t, dann frage ich einfach mal zur\u00fcck:<\/p>\n<p>Wenn dieser Athlet, aus Sicht des Arztes, gest\u00fctzte oder ged\u00e4mpfte Schuhe &#8222;braucht.&#8220; Wie soll dieser Athlet je wieder Nagelschuhe beschwerdefrei tragen k\u00f6nne?<\/p>\n<p>Nagelschuhe haben praktisch keine Sprengung, Nagelschuhe haben keine D\u00e4mpfung, Nagelschuhe haben keine St\u00fctzung und Nagelschuhe haben zus\u00e4tzlich eine harte Plastiksohle\/-platte, die den Fuss in irgendeine, aber h\u00f6chstwahrscheinlich keine orthop\u00e4disch unbedenkliche Position, zwingt.<\/p>\n<p>Damit man in Nagelschuhen \u00fcber l\u00e4ngere Zeit beschwerdefrei bleibt, muss der Fuss schon sehr gut funktionieren und das tut er gerade nicht, wenn der Fuss so schlecht funktioniert, dass man gest\u00fctzte und ged\u00e4mpfte Schuhe ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Wer solche gest\u00fctzten, ged\u00e4mpften Schuhe ben\u00f6tigt, sollte schlicht nicht mehr in Nagelschuhen laufen, bis er es wieder geschafft hat, beschwerdefrei in minimalen Schuhen (maximal 15mm Sohle, ohne Sprengung) zu trainieren.<\/p>\n<p>Jeder der w\u00e4hrend der Saison, wenn er am h\u00e4ufigsten und unter intensivster Belastung Nagelschuhe tr\u00e4gt, Achillessehnenprobleme bekommt, sollte seine Leidensgeschichte einmal auf meine Ausf\u00fchrungen in diesem Abschnitt hin \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Nebenbei, wer kennt jemanden, bei dem die Achillessehnenprobleme einmal begonnen haben und der das Problem wieder losgeworden ist, <em>ohne<\/em> sein Trainings- und Leistungsniveau aufzugeben? Nur die wenigsten schaffen das.<\/p>\n<p>Die meisten werden ihre Probleme nicht los, weil sie klassisch behandelt werden &#8211; mit Massnahmen, die den Fuss weiter schw\u00e4chen.<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ferse \u2013 \u201eAbrollen\u201c <\/strong><\/p>\n<p>Ein weiteres, anschauliches Beispiel, dieses Mal f\u00fcr das normale Gehen sowie f\u00fcr die Gruppe der Fersenl\u00e4ufer (das ist die Gruppe, die durch ged\u00e4mpfte Schuhe erst seit den 70er Jahren entstehen konnte):<\/p>\n<p>Durch Schuhe ver\u00e4ndert sich der Dreh-\/Abrollpunkt an der Ferse. Barfuss w\u00fcrde der Fuss direkt an der Ferse abrollen. Durch Schuhe verschiebt sich dieser Drehpunkt um 2-4cm nach unten (von der Ferse aus betrachtet) und um 1-2cm nach hinten. Der Fuss setzt also ganz woanders auf, als es die Natur vorgesehen hat. Das Abrollen wird eher zum Abkippen oder Abklappen \u00fcber das hintere Ende des Schuhs als neuer Drehpunkt \u2013 und darauf ist der K\u00f6rperbau evolution\u00e4r nicht ausgerichtet. Es kommt zur Fehlbelastung.<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"426\" height=\"305\" src=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/dfghd.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-312\" srcset=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/dfghd.png 426w, http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/dfghd-300x215.png 300w\" sizes=\"(max-width: 426px) 100vw, 426px\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Quelle: http:\/\/runforefoot.com\/running-shoes-heel-strike\/ (besucht am 18.M\u00e4rz 2019; bearbeitet durch den Autor)<\/p>\n<p>Die Fersenh\u00f6he im Nike Air Zoom Pegasus betr\u00e4gt 34,4mm. Das entspricht einem Buch mit ca. 800 Seiten. Bei Lichte betrachtet erscheint es doch sonderbar, sich beim Sport 3.5cm Schaumstoff unter die F\u00fcsse zu schnallen, nicht?<\/p>\n<p>Weitere Zahlen zur Fersenh\u00f6he:<\/p>\n<ul>\n<li>Saucony Kinvara: 28,7 mm<\/li>\n<li>Brooks Green Silence, 31,1mm<\/li>\n<li>Asics Gel Hyper-Speed: 25,1mm<\/li>\n<li>Asics GT 2000 6: 22mm<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dazu ein weiteres eindr\u00fcckliches Bild. Die Unterschiede in der H\u00f6he und der Form der Ferse sind offensichtlich:<\/p>\n<p><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenanntsdfsfd.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-314\" width=\"521\" height=\"104\" srcset=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenanntsdfsfd.jpg 521w, http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenanntsdfsfd-300x60.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 521px) 100vw, 521px\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Asics GEL GT 2000 4,<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Asics Gel DS Trainer 23,<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Merrell Bare Access Flex 2,<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Merrell Trail Glove 4,<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Merrell Vapor Glove 3<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; und nochmals Asics GT 2000 4.<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Augenscheinlich wird die Problematik, wenn man Athleten der Alterskategorien U14\/U16 beobachtet. Einzelne tragen Schuhe, die wie klobige Fremdk\u00f6rper an d\u00fcnnen Beinen schwingen. Der Fussaufsatz wirkt wie ein \u00abPflotsch\u00bb, \u00abPflotsch\u00bb oder ein \u00abPflapf\u00bb, \u00abPflapf\u00bb. Der Turnschuh wird flach auf den Boden geschleudert oder gestampt. Barfuss w\u00fcrden diese Kinder ganz anders laufen. Jugendliche (U16) kommen manchmal bereits mit einem so schlechten Laufstil daher (wegen der Schuhe und wegen des zu langen Sitzens im Alltag), dass man effektiv grosse M\u00fche hat, wenn man versucht, noch einmal Leichtathleten aus ihnen zu machen. Nicht von ungef\u00e4hr kommt ein \u00fcberproportionaler Anteil der Top-Leichtathleten (und augenf\u00e4llig auch im Fussball) aus Weltregionen, in denen man sich lange nat\u00fcrlich bewegt (Afrika, Mittelamerika, klimatisch warme, \u00e4rmere und bildungsschwache Regionen).<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Abknicken<\/strong><\/p>\n<p>Haben Sie sich schon einmal barfuss den Kn\u00f6chel verstaucht?<\/p>\n<p>Betrachten Sie das nachfolgende Bild. Der Kn\u00f6chel an der Aussenseite befindet sich barfuss etwa 7.5cm \u00fcber dem Boden. Mit Asics Gel-GT 2000 ist der Kn\u00f6chel rund 10cm \u00fcber Boden und der Kn\u00f6chel knickt \u00fcber die Aussenkante des Schuhs. Welche Kr\u00e4fte dabei wirken, wenn ich auf dem Foto mit dieser Stellung landen w\u00fcrde, l\u00e4sst sich schmerzvoll erahnen. Der Kn\u00f6chel k\u00f6nnte frei bis auf den Boden durchknicken. Auf dem rechten Foto zum Vergleich ein Abknicken barfuss. Je weniger H\u00f6he ein Schuh hat, desto geringer die Kr\u00e4fte, die wirken, wenn man mit dem Fuss einmal falsch auftritt.<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"467\" height=\"308\" src=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenanntrrrr.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-315\" srcset=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenanntrrrr.jpg 467w, http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenanntrrrr-300x198.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 467px) 100vw, 467px\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Die Distanz vom Kn\u00f6chel bis zum Boden erh\u00f6ht sich beim linken Foto um ca. 25%. Ich verweise auf das Hebelgesetz. Und es wird noch schlimmer. W\u00e4hrend man barfuss \u00fcber die eigene Ferse knickt, die selbst nur etwa 5cm breit und vor allem rund ist, knickt man in einem Turnschuh \u00fcber die Aussenkante, die einige Zentimeter breiter ist (siehe Foto). Der Hebel der nun auf die B\u00e4nder wirkt, ist brutal.<\/p>\n<p>Auch hier sei auf die Evolution verwiesen. Ein verstauchter Kn\u00f6chel, ein B\u00e4nderriss oder ein Fussbruch bedeuteten f\u00fcr unsere Vorfahren je nach Zeitalter eine ernstzunehmende Lebensgefahr oder das Todesurteil. Aus der Evolution ist eine Fusskonstruktion hervorgegangen, die m\u00f6glichst nicht abknickt. Die Schuhindustrie wirkt dem erfolgreich entgegen.<\/p>\n<p>Schuhe schaffen also grosse Gefahren f\u00fcr unsere B\u00e4nder, Knorpel und Knochen.<\/p>\n<p>Basketballschuhe und Wanderschuhe beispielsweise versuchen diese Problematik zu l\u00f6sen, indem der Fuss bis \u00fcber die Kn\u00f6chel gest\u00fctzt wird. Das ist grunds\u00e4tzlich ein durchdachter Ansatz. Aber die Funktionalit\u00e4t des Fusses ist damit nat\u00fcrlich nicht mehr ganz die gleiche. In stabilen Wanderschuhen wird niemand Joggen, H\u00fcrdenlaufen oder Unihockey spielen wollen und in Basketballschuhen wird niemand einen langen Waldlauf machen (oder Stabhochspringen).<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Weltklasseathleten \u2013 nat\u00fcrliche Bewegungen<\/strong><\/p>\n<p>Blickt man nun auf die Weltklasse der Leichtathleten, was beobachtet man da? Immer wieder mal zieht es einem Mittel- oder Langstreckenl\u00e4ufer die Schuhe w\u00e4hrend des Wettkampfes aus. Was passiert dann? Nichts. Ausser dass der Reporter ausser Rand und Band ger\u00e4t, weil der Athlet praktisch gleich schnell ist barfuss. Kein Wunder, wenn Sie den Text bis hierhin verstanden haben.<\/p>\n<p>Dem Athleten werden nur die F\u00fcsse schmerzen, weil Tartan nicht Wald-\/Steppenboden ist. All die Top-Athleten, k\u00f6nnen gut ein Training barfuss auf einer Wiese absolvieren. Schuhe brauchen diese Athleten f\u00fcr den Halt. D\u00e4mpfung ist nicht das Thema, oder sehen Sie auf Youtube und Instagram Dreispringer in ged\u00e4mpften Schuhen ihre Sprungfolgen in die Sandgrube trainieren? Ich nicht. Diese Athleten bewegen sich elegant, leichtf\u00fcssig\u2026. Leichtf\u00fcssig kann man sich nur bewegen, wenn der Fuss noch funktioniert. Nochmals zur Erinnerung 26 Knochen, 19 Muskeln, 107 B\u00e4nder\/Sehnen. Der menschliche Fuss beim Rennen steht an evolution\u00e4rer Eleganz einem Gepard oder einem galoppierenden Wildpferd in nichts nach.<\/p>\n<p>Viele der Nicht-Top-Athleten \u00abverstecken\u00bb sich auch \u2013 wohl meist unbewusst oder unwissend \u2013 hinter ged\u00e4mpften und\/oder gest\u00fctzten Turnschuhen. Sie k\u00f6nnen gar nicht mehr barfuss. Sie betr\u00fcgen sich selbst damit, dass sie weiter in solchen Turnschuhen trainieren, obwohl sie eigentlich wissen oder wissen m\u00fcssten, dass die Kraftentfaltung in Nagelschuhen nicht (schmerzfrei) funktionieren wird. Im schlimmsten Fall verlagern sie dann noch \u2013 weil sie nicht einfach nur herumsitzen wollen \u2013 ihr Training in den Kraftraum, st\u00e4rken die Beinmuskulatur und schaffen dadurch eine noch gr\u00f6ssere Dysbalance zwischen starken Oberschenkeln und schwachen F\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was nun? Beziehungsweise was tun?<\/strong><\/p>\n<p>Gesund leben. Dazu geh\u00f6ren d\u00fcnne Schuhe ohne Abs\u00e4tze und ohne St\u00fctzung. Ich lege in meiner Trainingsgruppe grossen Wert auf die Wahl der Schuhe und wir trainieren oft bzw. sehr viel \u00f6fter als andere barfuss. Welchen Sinn macht es, Trainingsprogramme perfektionieren zu wollen und Stunden um Stunden auf dem Leichtathletik-Platz zu stehen, wenn so etwas Grundlegendes wie die Schuhe v\u00f6llig vernachl\u00e4ssigt w\u00fcrden? (In die gleiche Kategorie f\u00e4llt die Thematisierung von Schlaf und Ern\u00e4hrung durch den Coach).<\/p>\n<p>Ich investiere nicht meine kostbare Zeit, wenn meinen Athleten Schaden vom Schuhwerk droht.<\/p>\n<p>(Dass sie als Folge uns\u00e4glich fr\u00fchen Schulbeginns abends m\u00fcde ins Training kommen, obwohl praktisch jede Studie \u00fcber Chronobiologie aussagt, die Schule soll bei Jugendlichen nach 9 Uhr beginnen, konnte ich leider noch nicht \u00e4ndern.)<\/p>\n<p>Ich bin auch schon mal zum Spass mit knapp 30m Anlauf barfuss Stabhoch gesprungen, in St. Gallen in der Halle. Ein Video davon findet man auf Youtube. Das ging dort etwas besser als auf normalem Tartan, weil der Tartan auf Aussenanlagen die Fusssohle doch ein bisschen in Mitleidenschaft zieht. Deshalb ist auch gegen eine flache Sohle zum Schutz der Fusssohle nichts einzuwenden.<\/p>\n<p>Bei den Schuhen lege ich wert darauf, dass die Ferse m\u00f6glichst nicht h\u00f6her ist als der Fussballen. Das ist nicht einfach. Selbst der ASICS Gel-DS-Trainer, der 10 Jahren mein steter Begleiter war, hat diesen Makel (fr\u00fcher 10mm, aktuell noch 8mm). Ich habe mich deshalb von Asics-Schuhen verabschiedet.<\/p>\n<p>F\u00fcndig geworden bin ich schliesslich bei der Marke Merrell und dem Modell Bare Access Flex, mit einer durchgehend 14,5mm d\u00fcnnen Sohle, null Sprengung, null St\u00fctzung. Wer mit diesem Schuh nicht sprinten und springen kann, weil der Schuh zu wenig ged\u00e4mpft ist, sollte sich Gedanken dar\u00fcber machen, wie es mit ihm mit 40, 50 und 60 Jahren stehen soll, wenn er weiter Sport treibt. Dieses Modell ist meines Erachtens der ideale Einstieg weg von klassischen Sportschuhen, hin zu gesunden Sportschuhen. Wer direkt auf Barfussschuhe umsteigt, wird eine \u00dcberlastung provozieren.<\/p>\n<p>Ich trage Merrell-Schuhe auch in der Freizeit, weil ich da einerseits nicht st\u00e4ndig barfuss laufen kann (s\u00e4he etwas befremdlich aus in der Altstadt oder beim Einkaufen).<\/p>\n<p>Weiter trainieren wir mit dem noch \u201enat\u00fcrlicheren\u201c Merrell Trail Glove. Das ist noch nicht ein \u201eSocken\u201c, aber eine veritable zweite Gummihaut (11,5mm Sohle), kommt einem vor, wie wenn der Fuss Autoreifen bekommen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Schliesslich trainieren wir auch im Merrell Vapor Glove, dessen Sohle nur noch 3mm misst. Da sp\u00fcrt der Fuss die Natur wieder, wenn er durch den Wald huscht. Meine Athleten springen damit Stabhochsprung bis und mit 20\/25m Anlauf und laufen damit Sprints und H\u00fcrden.<\/p>\n<p>Merrell Bare Access Flex 2 (Ferse\/Ballen): <strong>14.5\/14.5mm<\/strong>; Fussbett: 0mm; Innensohle: 3mm; Mittelsohle: 8\/8mm; Au\u00dfensohle: 1.5mm, 2mm Profil<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img src=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenanntzt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-324\" width=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenanntzt.jpg 402w, http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenanntzt-300x175.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 402px) 100vw, 402px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img src=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenanntuuu.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-327\" height=\"200\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>MERRELL Trail Glove 5 (Ferse\/Zehe): <strong>11,5\/11,5 mm<\/strong>; Innensohle: 3 mm; Zwischensohle: 4\/4 mm; Sohle: 1,5 mm Gewebe, 3 mm Profil <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img src=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenanntza.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-325\" width=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenanntza.jpg 463w, http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenanntza-300x173.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 463px) 100vw, 463px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenanntttt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-328\" width=\"159\" height=\"178\" srcset=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenanntttt.jpg 317w, http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenanntttt-268x300.jpg 268w\" sizes=\"(max-width: 159px) 100vw, 159px\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Aber ACHTUNG: Wer sich auf diesen (empfehlenswerten) Pfad begeben m\u00f6chte, dem sei der folgende Rat mit auf den Weg gegeben:<\/p>\n<p>An solche Schuhe (Merrell Bare Access Flex, Merrell Trail Glove, Merrell Vapor Glove) muss man sich zuerst gew\u00f6hnen, wenn man bis anhin \u00fcbliche Sportschuhe mit einer Sohle von 25-35mm getragen hat. Bei der Verwendung von leichten, flachen Schuhen mit geringer oder keiner Sprengung kann rasch eine \u00dcberlastung resultieren bzw. ist bei einem abrupten Modellwechsel sogar vorprogrammiert, weil unsere F\u00fcsse nicht daran gew\u00f6hnt sind (insbesondere die B\u00e4nder und Sehnen; alles was auch bei einer Verletzung nur langsam oder fast gar nicht heilt, hat l\u00e4nger sich an neue Verh\u00e4ltnisse anzupassen). Wer von einem Tag auf den anderen umstellt, wird mit gr\u00f6sster Wahrscheinlichkeit im Wartezimmer eines Arztes landen (der ihn dann vermutlich zur\u00fcck auf den vermeintlichen Pfad der Tugend mit gest\u00fctzten Schuhen und Einlagen bringen wird). Ein \u00fcbergangsloses Verzichten auf Abs\u00e4tze kann zu Achillessehnenentz\u00fcndung und \u00dcberreizung der Fusssohlen f\u00fchren. &nbsp;<\/p>\n<p>Ich empfehle f\u00fcr den \u00dcbergang auf Schuhe ohne Sprengung und richtig d\u00fcnne Schuhe&nbsp; mindestens 3 Monate einzuplanen. Meine Athleten im Alter von 18 bis 22 Jahren haben den Wechsel problemlos gemeistert. Ich mit etwas mehr Jahren auf dem Buckel bin nach 3 Monaten noch dran, aber es macht riesig Spass mit 3mm Sohle 8km durch den Wald zu joggen. Die Wanderer h\u00f6ren einem kaum, wenn man sich von hinten anpirscht, die Kieselsteinchen massieren einem die Fussreflexzone gratis und beim Sprinten auf Tartan f\u00fchlt man sich wie eine geschmeidige Katze und nicht mehr wie ein wild gewordener B\u00fcffel.<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Schlusswort<\/strong><\/p>\n<p><em>\u00abDer Barfussg\u00e4nger empf\u00e4ngt einen st\u00e4ndigen Informationsfluss \u00fcber den Boden und seine eigene Beziehung zu ihm, w\u00e4hrend ein beschuhter Fuss in einer unver\u00e4nderlichen Umgebung schl\u00e4ft.\u00bb <\/em><\/p>\n<p>Dr. Paul W. Brand, Leiter der Rehabilitationsabteilung am U.S. Public Health Service Hospital in Louisiana und Professor f\u00fcr Chirurgie an der Louisiana State University.<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zusammengefasst plus\/minus Schuhe<\/strong><\/p>\n<p>+ Schutz der Haut<\/p>\n<p>+ Schutz vor (zu) harten Bel\u00e4gen (Asphalt ist nicht = Waldboden)<\/p>\n<p>+ gest\u00fctzte und\/oder ged\u00e4mpfte Schuhe helfen Menschen, die sonst gar keinen Sport mehr treiben k\u00f6nnten<\/p>\n<p>&#8211; grosses Verletzungspotential bei seitlichem Abknicken<\/p>\n<p>&#8211; Abschw\u00e4chung der Fussmuskulatur<\/p>\n<p>&#8211; man steht \u00abam Hang\u00bb\/abw\u00e4rts (Sprengung), was zu Ver\u00e4nderungen der gesamten Statik bis zur Wirbels\u00e4ule f\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Meine Empfehlung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Trainiert so oft barfuss wie m\u00f6glich und sinnvoll<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Keine oder minimalste Neigung im Schuh (Sprengung 0 bis maximal 4mm)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Sohle so dick wie notwendig, so d\u00fcnn wie m\u00f6glich (z.B. Merrell Bare Access Flex mit 14,5mm)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>m\u00f6glichst keine St\u00fctzungen im Schuh<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>eine solche Umstellung langfristig (mind. 3 Monate!) planen und in verschiedenen Schuhen unterschiedlicher Bauart laufen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n<p><strong>Literaturhinweise \/ -quellen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Abschliessend der Verweis auf einige interessante B\u00fccher und Fachartikel zur Thematik. Das Buch von Professor Lieberman sei als gesamtheitlicher \u00dcberblick (K\u00f6rperbau, Schuhe, Sitzen, Ern\u00e4hrung u.v.m.) ans Herzen gelegt. Auf seiner Homepage der Universit\u00e4t Harvard gibt es viel zu entdecken zum Thema Laufen, wie auch zum Thema Schultern\/Werfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.m-vg.de\/riva\/shop\/article\/3484-ready-to-run\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Ready to Run (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Ready to Run<\/a><\/strong>, Kelly Starrett, T.J. Murphy, riva-Verlag, 2017 (im Original: Ready to Run: Unlocking Your Potential to Run Naturally, Victory Belt Publishing 2014)<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Unser K\u00f6rper (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.fischerverlage.de\/buch\/unser_koerper\/9783100022233\" target=\"_blank\">Unser K\u00f6rper<\/a><\/strong>, Daniel A. Lieberman, Fischer Verlag, 2018 (im Original: The Story Of The Human Body, Penguin Books, 2013)<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.stabhoch.ch\/?page_id=364\">Born to Run<\/a><\/strong>, Christopher McDougall, Heine Verlag, 2010 (im Original, Born to Run, Profile Books, 2010), Kapitel 25 und 28<\/p>\n\n\n\n<p>Prof.\nLieberman (https:\/\/scholar.harvard.edu\/dlieberman\/research):<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/scholar.harvard.edu\/dlieberman\/publications\/variation-foot-strike-patterns-among-habitually-barefoot-and-shod-runners\"><strong>Variation in\nFoot Strike Patterns among Habitually Barefoot and Shod Runners in Kenya<\/strong><\/a><strong>.<\/strong><br>\nDaniel E. Lieberman, Eric R. Castillo, Erik Otarola-Castillo, Meshack K. Sang,\nTimothy K. Sigel, Robert Ojiambo, Paul Okutoyi, and Yannis Pitsiladis. 2015.\nPLoS ONE, 10, 7, Pp. e0131354.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/scholar.harvard.edu\/dlieberman\/publications\/what-we-can-learn-about-running-barefoot-running-evolutionary-medical\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">What We Can Learn About Running from Barefoot Running: An Evolutionary Medical Perspective<\/a>.<\/strong><br> Daniel E. Lieberman. 2012. Exercise Sport Science Review, 40, 2, Pp. 63-72<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/scholar.harvard.edu\/dlieberman\/publications\/effects-footwear-and-strike-type-running-economy\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Effects of Footwear and Strike Type on Running Economy. (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Effects of Footwear and Strike Type on Running Economy<\/a><\/strong><a href=\"https:\/\/scholar.harvard.edu\/dlieberman\/publications\/effects-footwear-and-strike-type-running-economy\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Effects of Footwear and Strike Type on Running Economy. (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">.<\/a><br> Daniel P. Perl Adam I. Daoud, Daniel E. Liebermann. 2012. Medicine &amp; Science in Sports &amp; Exercise, 44, 7,&nbsp; Pp. 1335-43.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/scholar.harvard.edu\/dlieberman\/publications\/foot-strike-patterns-and-collision-forces-habitually-barefoot-versus-shod\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Foot strike patterns and collision forces in habitually barefoot versus shod runners, (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Foot strike patterns and collision forces in habitually barefoot versus shod runners,<\/a><\/strong><br> Daniel E. Lieberman, Madhusudhan Venkadesan, William A. Werbel, Adam I. Daoud, Susan D\u2019Andrea, Irene S. Davis, Robert Ojiambo Mang\u2019Eni &amp; Yannis Pitsiladis, NATURE Vol 463 28 January 2010<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/scholar.harvard.edu\/dlieberman\/publications\/foot-strike-and-injury-rates-endurance-runners-retrospective-study\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Foot Strike and Injury Rates in Endurance Runners: A Retrospective Study<\/a>.<\/strong><br> Adam I. Daoud, Gary J. Geissler, Frank Wang, Jason Saretsky, Yahya A. Daoud, and Daniel E. Lieberman. 2012. Medicine &amp; Science in Sports &amp; Exercise, Pp. 1325-1334 <\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/20006314\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"The effect of running shoes on lower extremity joint torques.  (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">The effect of running shoes on lower extremity joint torques. <\/a><br> <\/strong>Kerrigan DC, Franz JR, Wilder RP, et al. The Effect of running Shoes on Lower Extremity Joint Torques. PM R. 2009 Dec;1(12):1058-63<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\nSinn und Unsinn von und mit Sportschuhen Schuhe gehts noch_von Patrick Sch\u00fctz (pdf-Version neu\/aktualisiert) Dieser Bericht ist eine \u00abkurze\u00bb Einleitung in die Thematik \u00abSchuhe\u00bb aus meiner pers\u00f6nlichen aktuellen Optik. Ein Gedankenanstoss, teilweise bewusst provokativ vorgetragen. &#8222;Sprengung\u201c \u2013 man steht im&hellip;\n<\/div>\n<div class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/?page_id=310\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Schuhe? 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