{"id":391,"date":"2019-04-25T11:14:00","date_gmt":"2019-04-25T11:14:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/?page_id=391"},"modified":"2021-11-19T22:07:55","modified_gmt":"2021-11-19T22:07:55","slug":"das-video-standbild-tod-der-dynamik","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/?page_id=391","title":{"rendered":"Das Video-Standbild  &#8211; Tod der Dynamik"},"content":{"rendered":"<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Videoaufnahmen sind beim Stabhochsprung ein wichtiges Arbeitsinstrument f\u00fcr Coach wie Athlet. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Dieser Beitrag befasst sich mit den T\u00fccken der Videoanalyse, genauer mit Super-Zeitlupen und Standbildern.<\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Leichtathletik = Energie <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Energie = Geschwindigkeit (kinetische Energie) oder H\u00f6he (potentielle Energie). Es geht in der Leichtathletik in der Regel darum, gegen\u00fcber dem Erdboden eine m\u00f6glichst hohe kinetische Energie, also Geschwindigkeit, zu generieren oder potentielle Energie, sprich H\u00f6he, zu erreichen oder eine Kombination von beidem.<\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Um diese Art von Energie zu gewinnen, baut der Athlet auf das Prinzip \u00abactio = reactio.\u00bb Ohne Fussabdruck am Boden kein Gewinn an kinetischer oder potentieller Energie (auch nicht in den Wurfdisziplinen). Ich stosse in den Boden, der Boden st\u00f6sst mich ab, ich gewinne an H\u00f6he oder Geschwindigkeit (oder das Wurfger\u00e4t gewinnt an Energie). <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Einem Video-Standbild kann man keine Bewegung entnehmen. Mit Erfahrung kann man aus dem Standbild schliessen aufgrund welcher Bewegungen der da abgebildete Mensch in die da abgebildete Position gelangt ist. Der Unkundige kann nicht einmal das. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Dem Ausserirdischen, der zu Besuch auf der Erde ist, sagt ein Bild eines Erdbewohners, der an einem Stab h\u00e4ngt gar nichts. Ein Stabhochsprung-Video l\u00e4sst ihn verstehen, worin das Ziel der T\u00e4tigkeit liegt.<\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Wir halten einmal fest: Der Experte kann einem Video-Standbild viel mehr entnehmen als der Anf\u00e4nger. Das bleibt in Erinnerung zu behalten, wenn es darum geht, dem Anf\u00e4nger ein Standbild seines Sprunges zu zeigen. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Der Anf\u00e4nger hat nicht die F\u00e4higkeiten zur Interpretation eines Standbildes, wie das der Trainer oft annimmt. W\u00e4hrend dem Trainer vieles klar scheint, w\u00e4hrend er etwas anhand eines Standbildes erkl\u00e4rt, versteht der Anf\u00e4nger unter Umst\u00e4nden gar nichts davon. Wieviel ein Athlet von einer Videoanalyse profitieren kann, muss der Trainer absch\u00e4tzen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Aber auch der Experte und der Fortgeschritten k\u00f6nnen aus einem Standbild nicht alles Relevante herauslesen, insbesondere nicht beim Stabhochsprung \u2013 und damit zum Kern dieses Beitrags.<\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Meine Beobachtung ist, dass (zu) viele Trainer und Athleten die Technik ihrer Athleten bzw. von sich selbst durch die Analyse von Superzeitlupen oder Standbildern beurteilen. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Der Grund hierf\u00fcr liegt meines Erachtens in Folgendem:<\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Mit Echtzeitvideos sind viele \u00fcberfordert. Es bedarf des jahrelangen Studiums des Stabhochsprungs, Bewegungen in Echtzeit zu erfassen und beurteilen zu k\u00f6nnen. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">In Echtzeit sieht man nicht Positionen, sondern eine Bewegungsabfolge. Mit dem Thema Sprungrhythmus (actio und reactio zwischen Stab und Springer) sind viele Trainer und Athleten \u00fcberfordert. Es ist bedeutend einfacher, Standbilder von Sprungpositionen von Vorbildern mit seinen eigenen Positionen zu vergleichen und sie gleichsam geistig \u00fcbereinander zu legen. \u201eHier sollte ich etwas mehr dies, da sollte ich etwas mehr so sein, usw.\u201c <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Es ist relativ einfach, die Unterscheide zwischen zwei Standbildern zu erkennen (der Profi und man selbst in \u201ederselben\u201c Position), Umso schwierig ist es, als Trainer zu verstehen und zu erkl\u00e4ren oder als Athlet zu verstehen, wie der Sprungrhythmus sein sollte. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Was meine ich damit? Stabhochsprung ist nicht das Aneinanderreihen perfekter Standbilder (das sogenannte Serienbild, das in gewisser Weise symptomatisch ist). Wer eine Position nach der anderen perfektioniert, hat keine Garantie jemals richtig hoch zu springen, denn eine Position kann mit oder ohne Dynamik geturnt werden. Stabhoch ist ein Bewegungsablauf, eine Dynamik, ein Energiefluss. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Dynamik ist beispielsweise: Wie aus der Bewegung auf den letzten Schritten des Einstichs die Bewegung des Absprungs beeinflusst wird; wie das Timing des Absprungs, die Aufrollbewegung beeinflusst; wann ein Stab aufgrund der Bewegungsaktivit\u00e4t des Athleten in Relation zu seiner Griffh\u00f6he als zu weich erscheint; wann ein Stab zu hart erscheint, um einem Athleten eine gewisse Bewegung zu erm\u00f6glichen; wann jemand eine Sprungphase zu hastig oder \u00fcber Geb\u00fchr lange ausf\u00fchrt. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Schaut man sich die Weltklassespringer an, findet man in Standbildern \u00abFehler\u00bb zu Hauf. Man fragt sich oft, wieso springen die alle so hoch, wenn sie doch hier und dort M\u00e4ngel offenbaren?<\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Was dabei gerne \u00fcbersehen wird, ist, dass Stabhochsprung in sehr ausgepr\u00e4gter Form die F\u00e4higkeit zur Transformation von Energie voraussetzt: von der Anlaufgeschwindigkeit \u00fcber den Transfer der Energie auf den Stab und wieder zur\u00fcck auf den Athleten, von der Horizontalen in die Vertikale, von Schwung zu Streckung.<\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Ein Springer l\u00e4uft an und das Ziel ist, maximale H\u00f6he zu generieren. Daf\u00fcr ben\u00f6tigt man beim Verlassen des Stabes maximale kinetische Energie in der Vertikalen, plus eine zeitlich abgestimmte Rotationsbewegung, damit man \u00fcber die Latte springt, ohne diese dabei zu ber\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Was man also auch immer tut, von der Einstichbewegung bis zur Latten\u00fcberquerung, hat diese beiden Ziele zu verfolgen. Dabei geht es in erster Linie um Dynamik und damit Bewegungsrhythmus und nicht um das strebsame Anpeilen perfekter Bewegungsausf\u00fchrung. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Dies ist gerade bei Frauen oft zu beobachten: Aus dem schulbuchm\u00e4ssigen Erlernen von Positionen wird Erfolg erhofft \u2013 aber damit ist es nicht getan. Dann kommt eine Athletin daher, die 1m\/s schneller anl\u00e4uft und sich mit aller Gewalt in den Stab hineinwirft und \u201eoh Wunder\u201c, die springt dann mit einer \u201egr\u00e4sslichen\u201c Technik einen halben Meter h\u00f6her als die Mustersch\u00fclerinnen. Das ist mein Exempel daf\u00fcr, worauf es im Stabhochsprung ankommt. Ich w\u00fcrde die Technik von Sandi Morris oder Katie Nageottie nicht in ein Techniklehrbuch aufnehmen, aber ich w\u00fcrde den beiden ein ganzes Kapitel widmen, um aufzuzeigen, worauf es im Stabhochsprung darauf ankommt: Energie bzw. Power. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Das Standbild verhilft also nicht zum Seelenheil. Es ist hilfreich, wenn die einzelnen Positionen \u00absch\u00f6n\u00bb aussehen. Aber es gibt Springer, bei denen 90% der Positionen \u00absch\u00f6n\u00bb aussehen, aber es wird nicht die erhoffte H\u00f6he generiert, weil sie im entscheidenden Moment sehr viel Energie aus dem System entlassen (z.B. Absprung\/Einstich-Komplex) oder weil der Bewegungsrhythmus nicht stimmt und die Latte gerissen wird, obwohl die potentielle H\u00f6he hinreichend w\u00e4re. Oder ganz einfach, weil um die richtige Bewegungsausf\u00fchrung zu gew\u00e4hrleisten die Anlaufgeschwindigkeit gedrosselt wird. Die Geschwindigkeitsenergie beim Absprung ist aber immer einer der entscheidenden Faktoren im Stabhochsprung. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Ein einfaches Beispiel: Der Springer kommt in eine ordentliche L-Position, also eingerollt mit Schienbeinen auf H\u00f6he der oberen Hand. Dieses Standbild sagt in der Regel wenig aus. Denn es kann sein, dass in dem Moment die dynamische Bewegung des Springers gerade endet, er also nicht mehr die H\u00fcft hochschieben kann, sondern zur Latte \u00abausleert.\u00bb Das wiederum kann eine Vielzahl von Gr\u00fcnden haben, die man in einem Echtzeit-Video oder einer schnelleren Zeitlupe erkennen k\u00f6nnte, aber nicht im Standbild. Da sieht man nur pl\u00f6tzlich beim n\u00e4chsten Bild, dass etwas nicht mehr stimmt. Aber nicht warum.<\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">F\u00fcr mich ist ein Video in etwa 38 bis 66 % Geschwindigkeit das beste Instrument, einem Athleten beizubringen, zu erkl\u00e4ren , wie er die Dynamik, den Rhythmus des Sprungs getroffen hat. Es bietet sich auch an, zwischen Zeitlupen-Geschwindigkeiten hin- und her zu switchen. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Beispiel dynamischen Springens: Sam Kendricks. Man nehme die Standbilder von Sam Kendricks beim Absprung und in der L-Position. Die Lehrb\u00fccher sagen da was anderes. Auch die Griffh\u00f6he mit knapp 4.90m weit unter Durchschnitt f\u00fcr einen 6-Meter-Springer. Was macht der Mann also richtig, wenn er so viel falsch macht und dabei nicht einmal auf eine gescheite Griffh\u00f6he kommt? Er entwickelt eine sensationelle Dynamik. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Am Ende kann es Trainer und Springer egal sein, wenn ein Athlet beim Einrollen den Kopf in den Nacken nimmt (wie Kendricks) und daf\u00fcr die Diamond League gewinnt. Mit der Frage, ob Sam Kendricks ohne Kopf im Nacken noch h\u00f6her springen w\u00fcrde, kann man sich schon besch\u00e4ftigen, aber ich h\u00e4tte gerne zwei bis drei 5.90m Springer im Lande, die den Kopf in den Nacken nehmen, daf\u00fcr im \u00dcbrigen sehr gut begriffen haben, dass es im Stabhochsprung darum geht, Dynamik zu produzieren und nicht sch\u00f6ne Standbilder.<\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Wir Stabhochspringer sind Leichtathleten, keine Kunstturner. Der Glaube, gute Kunstturner w\u00fcrden gute Stabhochspringer h\u00e4lt sich hartn\u00e4ckig. Bis auf ein Niveau von 5.00m und 4.00m l\u00e4sst sich tats\u00e4chlich feststellen, dass ehemalige Kunstturner dieses Sprungniveau in \u00fcberproportional vielen F\u00e4llen leichter erreichen, als Nicht-Kunstturner. Aber wenn es darum geht, 6.00m und 5.00m zu springen, ist Anlaufgeschwindigkeit und Bewegungsdynamik die relevante Komponente. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Power, Explosivit\u00e4t plus vern\u00fcnftige technische Qualit\u00e4t schl\u00e4gt nun einfach einmal turnerischen Sch\u00f6ngeist. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Damit will ich nicht sagen, dass beim Anf\u00e4nger mehr auf Power geachtet werden soll, als auf eine korrekte technische Ausf\u00fchrung. Es geht mir vielmehr darum, dass beim Springen mit sich biegendem Stab verst\u00e4rkt dem Faktor Dynamik und Rhythmus Beachtung geschenkt wird. Stabhoch wurde sehr lange mit starrem Stab gesprungen. Diese Tatsache und der grosse Einfluss der russischen Stabhochsprungschule f\u00fchrten zu einer meines Erachtens \u00fcbertriebenen Fokussierung auf die Technik am starren Stab im Anf\u00e4ngerbereich und als Grundlage bzw. Vorbereitung auf das Springen mit sich biegendem Stab. Das Mantra, dass man am sich biegenden Stab \u201egleich\u201c springen sollte, wie am starren Stab, stelle ich in Frage. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">In j\u00fcngerer Vergangenheit zeigen uns Stabhochsprungartisten vieler Couleur auf, was man aus einem gebogenen Stab herausholen kann. Ich nenne diese Athleten mit Absicht Artisten, weil sie bei der Bewegung am und mit dem Stab in gewisser Weise Kunst betreiben. Romain Mesnil, Renaud Lavillenie, Ninon Gouillon-Romarin, Mondo Duplantis, Axel Chapelle und einige mehr, holen aus ihren Arbeitsger\u00e4ten heraus, was nicht im Ansatz wie Springen am starren Stab aussieht. Sie sind langsam (Mesnil), haben tiefe Griffh\u00f6hen (Chapelle), sind nicht kr\u00e4ftig (Gouillon-Romarin) oder springen \u201ezu\u201c weit ab mit extremer Biegung (Lavillenie), was der Lehre der Continous Chain von Botcharnikov so gar nicht entspricht, und alle sind damit sehr erfolgreich in Relation zu ihren physischen M\u00f6glichkeiten (K\u00f6rpergr\u00f6sse und Anlaufgeschwindigkeit). <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Das Ziel sollte deshalb meines Erachtens zuerst ein rudiment\u00e4r richtiger Bewegungsablauf sein, mit dem richtigen Rhythmus. Ebenso sollte nicht blind auf die richtige Ausf\u00fchrung von \u00dcbungen am starren Stab geachtet werden und dabei das Erlernen des Gesp\u00fcrs eines sich biegenenden Stabes ausser Acht gelassen werden. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Damit sind wir zur\u00fcck bei einem bereits besprochenen Thema: Expertise. In einer bescheidenen Ausf\u00fchrung eines Anf\u00e4ngers zu erkennen, aber in puncto Rhythmus auf dem richtigen Weg ist, ist schwierig. Das enthebt aber keinen Trainer davon, von diesem Lernprinzip abzuweichen, sondern soll den Trainer herausfordern, seine F\u00e4higkeiten zu verbessern. Ich sehe oft Anf\u00e4nger, die, wenn sie den Sprungrhythmus gerade gar nicht schlecht getroffen haben, von ihren Trainern R\u00fcckmeldungen zu diesem und jenem erhalten, was der Athlet noch gar nicht begreifen kann. In solch einem Moment w\u00e4re es der Sache dienlicher, den Athleten einfach einmal weiter machen zu lassen. Wenn der Rhythmus stimmt, soll er diesen zuerst einmal stabilisieren \u2013 und dazu reichen 5 Spr\u00fcnge nicht aus. Im \u00dcbrigen ist der Athlet nicht dumm. Es ist f\u00fcr den Anf\u00e4nger oder Fortgeschrittenen nicht schwierig, den Unterschied zwischen seinen Positionen (Standbildern) und denen der Profis zu erkennen. Aber die Qualit\u00e4t seines Sprungrhythmus zu beurteilen, dazu ist er ausser Stande, das ist der Job seines Trainers. Kann der Trainer dies nicht gew\u00e4hrleisten, hat der Athlet ein Problem, denn dann steuert das Schiff ohne klaren Kurs auf offener See. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Athleten sind oft unzufrieden mit ihren Standbildern. Dann zeige ich ihnen die Spr\u00fcnge immer nochmals in Echtzeit, um aufzuzeigen, dass sie auf dem richtigen Weg sind (falls sie auf dem richtigen Weg sind!). Athleten d\u00fcrfen unzufrieden mit Standbildern sein (sollen sie auch), aber sie m\u00fcssen lernen, dass in erster Linie der Rhythmus, der Gesamtablauf stimmig sein muss. Es geht am Ende nicht darum \u201esch\u00f6n\u201c zu springen, sondern hoch (siehe Morris und Nageottie). Es gibt keine Noten f\u00fcr sch\u00f6nes Springen und wo der Fokus auf Technik die Dynamik bremst, muss man sich des Trade-Offs bewusst sein. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\nVideoaufnahmen sind beim Stabhochsprung ein wichtiges Arbeitsinstrument f\u00fcr Coach wie Athlet. Dieser Beitrag befasst sich mit den T\u00fccken der Videoanalyse, genauer mit Super-Zeitlupen und Standbildern. Leichtathletik = Energie Energie = Geschwindigkeit (kinetische Energie) oder H\u00f6he (potentielle Energie). 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