{"id":924,"date":"2020-11-05T23:33:19","date_gmt":"2020-11-05T23:33:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/?page_id=924"},"modified":"2020-11-06T22:56:16","modified_gmt":"2020-11-06T22:56:16","slug":"athlete-trainer-bezieung-mit-blick-auf-die-entwicklung-der-selbstaendigkeit-des-athleten","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.stabhoch.ch\/?page_id=924","title":{"rendered":"Athlete-Trainer-Beziehung mit Blick auf die Entwicklung der Selbst\u00e4ndigkeit des Athleten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wer ist verantwortlich f\u00fcr das: Was, Wann, Wie, Warum?<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Nachfolgend eine graphische Darstellung, wie die Entwicklungskurve eines Athleten, hin zur Selbst\u00e4ndigkeit meiner Meinung nach sein sollte. Wie dargestellt sollte sich das Verh\u00e4ltnis von einer anf\u00e4nglichen Leader-Rolle des Trainers zur Leader-Rolle des Athleten entwickeln.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-926 size-full\" src=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Self-realization-stabhoch-patrick-schuetz-4.jpg\" alt=\"\" width=\"553\" height=\"502\" srcset=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Self-realization-stabhoch-patrick-schuetz-4.jpg 553w, http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Self-realization-stabhoch-patrick-schuetz-4-300x272.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 553px) 100vw, 553px\" \/><\/p>\n<p>Als Zweites, ein Beispiel eines Athleten, der daran scheitert\/es verpasst hat, ein selbst\u00e4ndiger Sportler zu werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-909\" src=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Self-realization-stabhoch-patrick-schuetz2.jpg\" alt=\"\" width=\"527\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Self-realization-stabhoch-patrick-schuetz2.jpg 527w, http:\/\/www.stabhoch.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Self-realization-stabhoch-patrick-schuetz2-300x128.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 527px) 100vw, 527px\" \/><\/p>\n<p>Dieser Athlet bleibt abh\u00e4ngig von seinem Trainer und es besteht die nahe Gefahr, dass er dadurch sein Potential nie wird aussch\u00f6pfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Kurvenverlauf ist typisch f\u00fcr eine Athleten-Trainer-Beziehung, in der zwei Dinge zusammentreffen:<\/p>\n<p>Erstens, ein Athlet der auf Anweisungen und Instruktionen seines Trainers angewesen ist und bleiben wird.<br \/>\nDieser Athlet hat nie damit begonnen, ein selbst\u00e4ndiger Athlet zu werden. Er war mehr oder weniger die ganze Zeit eine &#8222;Puppe&#8220;, die sich auf Anweisung seines Trainers bewegt hat (nat\u00fcrlich nicht absichtlich in diesem etwas \u00fcbertrieben formulierten Sinne, aber im Ergebnis schon). F\u00fcr diesen Athleten war es normal, dass der Trainer ihm sagte, was, wann und wie viel etwas gemacht werden musste. Der Athlet wurde im Glauben erzogen, dass der Trainer am besten weiss, was am besten f\u00fcr den Athleten ist. Der Athlet selbst hatte sich nicht darum zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Zweitens, ein Trainer, f\u00fcr den es normal ist, dass Athleten &#8222;seine Athleten&#8220; sind, die machen, zu was er sie anweist.<\/p>\n<p>Das mag funktionieren, wenn der Trainer von absoluter Spitzenklasse auf seinem Gebiet ist (technisch, p\u00e4dagogisch und psychologisch) und wenn sein Athlet wie ein Roboter die Anweisungen seines Trainers auszuf\u00fchren in der Lage ist.<\/p>\n<p>Wenn der Trainer aber nicht f\u00fcr jedes sich einmal stellende Problem eine L\u00f6sung parat hat, dann bekommt die Leistungskurve des Athleten einen Knick, weil der Athlet es verpasst hat, auch selbst f\u00fcr sich verantwortlich zu sein und mitzudenken &#8211; und in Situationen, in welchen sein Trainer nicht mit ihm weiterkommt, m\u00f6glicherweise in der Lage w\u00e4re, selbst eine L\u00f6sung zu finden.<\/p>\n<p>Wenn der Trainer nicht von absoluter Spitzenklasse ist, wird der Athlet nie zur Erkenntnis \u00fcber die Unzul\u00e4nglichkeit seines Trainers und seiner selbst gelangen, weil der Athlet nie damit begonnen hat, selbst \u00fcber Stabhochsprung nachzudenken.<\/p>\n<p>Sagen wir einmal, dass 5 von 100 Stabhochsprung-Trainer die Qualit\u00e4t haben\u00a0 95% des Potentials eines Athleten zu realisieren. Die Athleten der anderen 95 Trainer werden dieses Potential entsprechend nie erreichen, wenn sie nicht an irgend einem Punkt beginnen, sich um sich selbst zu k\u00fcmmern (und dabei vielleicht auch den Trainer wechseln). Weiter werden die Athleten, die bei den 5 sehr guten Trainern trainieren nie 99% oder 100% ihres Potentials erreichen, wenn auch sie nicht ihren Teil dazu beitragen, indem sie sich in den Prozess einbringen.<\/p>\n<p>In einer Athlet-Trainer-Beziehung wie vorstehend aufgezeigt, h\u00f6rt man S\u00e4tze wie: &#8222;Mein Trainer sagt, es ist wichtig, dass ich&#8230;&#8230;&#8220; &#8222;Mein Trainer will, dass ich&#8230;..&#8220;<\/p>\n<p>Es ist nichts falsch an solchen S\u00e4tzen, wenn sich der Athlet in der Anf\u00e4ngerphase 1 befindet. Aber, wenn man solche S\u00e4tze von einem Athleten h\u00f6rt, der sagen wir einmal schon 8 Jahre Stabhochsprung springt, dann haben wir ein Problem. Dieser Athlet sollte vielmehr Dinge sagen wie: &#8222;Mein Trainer und ich arbeiten an&#8230;.&#8220; &#8222;Mein Trainer sagte mir, ich solle mir \u00fcber &#8230;. Gedanken machen und ich sehe seinen Punkt, muss aber f\u00fcr mich herausfinden, ob das f\u00fcr mich auch passt.&#8220; &#8222;Ich sagte meinem Trainer, dass ich mehr an diesem Teil des Sprunges arbeiten will und er antwortete mir&#8230;., wor\u00fcber ich mir einmal Gedanken machen muss.&#8220;<\/p>\n<p>In Einzelsportarten (Leichtathletik, Tennis u.a.) muss der Athlet im Verlauf seiner Karriere zur F\u00fchrungsperson \u00fcber seine eigene Entwicklung werden. Es ist nur in Phase 1 umgekehrt. In Phase 2 findet der \u00dcbergang statt. In dieser Phase findet man heraus, ob die Sache in die richtige Richtung geht.<\/p>\n<p>Trainer m\u00f6gen &#8222;Stars&#8220; sein, gemessen daran wie gut sie als Trainer in ihrer Sportart sind, aber ein Athlet in Phase 3 muss sich selbst immer als der wichtiger Part sehen, als den gr\u00f6sseren &#8222;Star&#8220; als sein Trainer. Es geht um ihn, nicht um seinen Trainer. Der Trainer wird n\u00e4mlich nie die Person sein, die unten auf der Bahn steht, wenn es im dritten Versuch um Gold geht. Der Trainer f\u00fchrt den Athleten heran, bereitet ihn auf solche Momente vor.<\/p>\n<p>(Das ist anders bei Team-Sportarten, wo der Trainer entscheidet, wer spielt und nach welcher Taktik gespielt wird. Hier muss der Trainer der Leader sein und muss der anerkannte &#8222;Star&#8220; des Teams sein, damit seine Spieler ihm folgen.)<\/p>\n<p>Ein Trainer verliert nicht seine Funktion (oder sein Selbstbewusstsein oder seinen Rang), wenn sein Athlet der Leader ist. Der Trainer ist jemand, der eine Idee hat, wie er das Beste aus einem Athleten rausholen kann und er erz\u00e4hlt dem Athleten, wie er das machen w\u00fcrde. Das bleibt immer so unabh\u00e4ngig davon, ob es sich um einen Anf\u00e4nger oder Mondo Duplantis, Renaud Lavillenie oder Roger Federer handelt. Auch f\u00fcr diese Stars bleibt ihr Trainer wichtig. Diese Top-Sportler k\u00fcmmern sich um sich selbst, sie h\u00f6ren ihren Trainern zu und denken dar\u00fcber nach, was ihnen ihre Trainer sagen. Sie vergleichen die Hinweise ihrer Trainer mit ihrer eigenen Erfahrung und ziehen ihre Schl\u00fcsse daraus. Wenn solche Sportler den Trainer wechseln, m\u00fcssen sie keine grosse Ver\u00e4nderung vornehmen, weil sie dieselbe selbst\u00e4ndige Person bleiben und nur der &#8222;Berater&#8220; wechselt, mit dem sie ihre Gedanken austauschen k\u00f6nnen. Wenn hingegen ein Stabhochspringer von seinem Trainer abh\u00e4ngig ist, dann wird er bei einem Trainerwechsel nicht mehr gleich hoch springen oder es wird zumindest eine Zeit lang dauern, bis der neue Trainer alles richtig erfasst hat.<\/p>\n<p>Das Selbstverst\u00e4ndnis eines Trainers ist es, ein Begleiter seiner Athleten zu sein. Es ist wie Eltern sein. Zuerst muss man den Jungen ein paar Jahre lang alles beibringen (Phase 1), danach lehrt man sie, wie man seinen eigenen Weg im Leben findet (Phase 2) und auch wenn sie erwachsen geworden sind, bleibt der elterliche Rat immer wichtig f\u00fcr sie, aber sie handeln selbst\u00e4ndig (Phase 3).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\nWer ist verantwortlich f\u00fcr das: Was, Wann, Wie, Warum? Nachfolgend eine graphische Darstellung, wie die Entwicklungskurve eines Athleten, hin zur Selbst\u00e4ndigkeit meiner Meinung nach sein sollte. 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